Seit 2018 für Union auf Talentsuche: Stefan Studer.
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BerlinRobert Andrich, Marius Bülter, Keven Schlotterbeck oder Marcus Ingvartsen – sie alle sind Spieler, die den 1. FC Union seit diesem Sommer bereichern, die bis vor wenigen Monaten den Berliner Fußball-Fans aber weitestgehend unbekannt waren. Diese Transfers führen auf die gut vernetzte Scouting-Abteilung der Eisernen zurück, die sich zuvorderst auf den deutschen sowie skandinavischen Markt fokussiert. Deren Leitung trägt Sportdirektor Oliver Ruhnert.

Der 46 Jahre alte Sauerländer war von 2017 bis 2018 Chefscout bei den Köpenickern, bevor er als Kaderplaner zum Geschäftsführer Sport aufstieg. Vor seiner Zeit bei den Eisernen arbeitete Ruhnert fast zehn Jahre lang erfolgreich für den FC Schalke 04 als Scout, Trainer und später als Leiter der bekannten Knappenschmiede (2011 bis 2017). Zusammen mit dem bundesweit bekannten A-Jugend-Trainer Norbert Elgert, zu dem Ruhnert bis heute eine Freundschaft verbindet, war Ruhnert ein Architekt der vielfach bewunderten Nachwuchsarbeit des Klubs. In seiner sechsjährigen Amtszeit als Direktor der Akademie wurde die A-Jugend zwei Mal Meister. Ausnahmespieler wie Leroy Sané, Julian Draxler, Max Meyer oder Thilo Kehrer wurden zum Beispiel unter Ruhnert groß.

Neben Ruhnert werden allerdings drei weiteren Experten eine zentrale Rolle in Unions Scouting-Konstrukt zugeschrieben. Das sind Stefan Studer, 55, Theo Gries, 58, und André Juchum, 38.

Vor allem Studer ist hervorragend vernetzt

Studer blickt auf 243 Erst- und 133 Zweitligaspiele für St. Pauli, Eintracht Frankfurt, Wattenscheid und Hannover zurück. Der gebürtige Buxtehuder ist hervorragend vernetzt, hat seinen Fokus vor allem in Norddeutschland und Skandinavien. Vor seiner Zeit bei Union, für die er seit November 2018 scoutet, war Studer beim FC St. Pauli und Bayer Leverkusen aktiv.

Gries ist nun schon seit elf Jahren bei Union und arbeitet seit 2011 als Talentspäher. Zuvor war der Pfälzer Nachwuchsleiter und Trainer der U23. Der frühere Stürmer machte 29 Erst- und 270 Zweitligaspiele für den 1. FC Kaiserslautern, Alemannia Aachen, Hertha BSC und Hannover und verantwortet für die Eisernen den Nordosten. Er war tatsächlich als Spieler mit von der Partie, als es im Januar 1990 zum ersten Freundschaftsspiel zwischen Union und Hertha kam, damals freilich noch aufseiten der Blau-Weißen.

Juchum scoutet besonders im Südwesten sowie in Österreich und den Niederlanden. Der Westfale kommt, wie Ruhnert, aus Iserlohn und engagiert sich dort in der Politik.