Stürmer des 1. FC Union Berlin: Sebastian Andersson will sesshaft werden

Windischgarsten - Ist das echte Liebe? Zumindest eine nicht alltägliche Form der Zuneigung, muss man wohl sagen. Sebastian Andersson, der am Montag 28 Jahre alt geworden ist, wurde von der Mannschaft auf eigenartige Weise gefeiert.

Beim Morgenappell standen alle Union-Spieler im Kreis und den Schweden herum. Nach kurzem Applaus wurde er dann munter mit Bällen befeuert. Er hielt es mit einem Lachen aus.

Auch den kurzen Urlaub nach Saisonabschluss wegen seines Dienstes in Schwedens Auswahl ertrug er mit stoischer Gelassenheit. „Ich freue mich auf die Bundesliga. Das sollte meine Chancen nicht verringern, weiter für Schweden spielen zu können“, sagte Andersson, der sich auf Mittelmeerkreuzfahrt und einem New-York-Trip erholt hatte.

Sein Name fällt immer, wenn über Überraschungsabgänge spekuliert wird. Wer zweimal zwölf Saisontore in Folge schießt, einmal davon für ein schwaches Team wie Kaiserslautern, hat Qualitäten, die auch anderenorts gefallen könnten.

So einer muss quasi das Interesse in England auf sich ziehen, und sei es nur in der auch nicht schlecht zahlenden Championship. „Ich möchte nicht zu viel darüber reden. Aber ich mag es in Berlin. Meine Familie mag es. Ich fühle mich wohl“, sagte Andersson. „Da müsste ich schon ein sehr, sehr gutes Angebot bekommen, um darüber nachzudenken. Außerdem sind wir ja erst ein Jahr hier und meine Kinder gehen hier zur Schule.“

Häufige Klubwechsel

Manager Oliver Ruhnert räumt ein, dass Union aus wirtschaftlichen Gründen keinen Spieler für unverkäuflich erkläre. Gleichwohl haben die Eisernen aus nicht vor, einen aus ihrem Sturmquartett um Anthony Ujah, Sebastian Polter, Marcus Ingvartsen und eben Andersson abzugeben.

Das Transferfenster in England schließt am 8. August. Da müssten Begehrlichkeiten rasch an Union herangetragen werden. Und Bundesliga hat er auch in Köpenick.
Andersson möchte zudem sesshafter werden. „Ich habe ja in den letzten fünf, sechs Jahren fast alle zwölf Monate den Klub gewechselt. Das brauche ich nicht mehr unbedingt“, sagte der 1,90 Meter große Mittelstürmer. Ängelholm, Kalmar, Djurgarden, Norrköpping und Kaiserslautern hießen die Stationen.

Bitte der Ehefrau

Seine Frau würde mehr Ortsverbundenheit begrüßen. „Aber“, da zeigte er sich ehrlich, „im Fußball kann alles passieren.“ So oder so. Auch eine Vertragsverlängerung seines bis 2020 laufenden Vertrages würde er nicht ausschließen. „Aber ich denke, dass Manager Oliver Ruhnert gerade sehr beschäftigt ist. Da werde ich wohl noch ein bisschen warten müssen auf Gespräche.“