Stürmer Sebastian Andersson ist der erste Zugang vom 1. FC Union. Der nächste Neue war schon zum Medizin-Check in Berlin.

Einen Vorteil haben die Unionfans schon mal. Oder zumindest kann davon ausgegangen werden. Als Sebastian Andersson sich im vergangenen August den Fans des 1. FC Kaiserslautern neu vorstellte, mussten die schon Schwedisch beherrschen, um seine kleine Grußbotschaft verstehen zu können. Das sollte nach zehn Monaten in der Zweiten Liga jetzt wohl nicht mehr nötig sein.

Doch auch ohne filmische Willkommensnachricht dürfte den Anhängern der Eisernen der erste Zugang für die kommende Saison ein Begriff sein. Zwölf Tore und vier Vorlagen hat der 1,90 m große Mittelstürmer den Pfälzern beschert, war so etwas wie der einzige Lichtblick bei den Roten Teufeln. Ohne den Abstieg, hätten die Köpenicker den zweifachen schwedischen Auswahlspieler (zwei Tore) bestimmt nicht für lau bekommen. Eigentlich besaß er einen Vertrag bis 2020 beim Fritz-Walter-Klub. Genau bis dahin ist nun auch der Vertrag mit Union gültig.

Ohne Anpassungsschwierigkeiten

In der Pfalz trauert man nicht nur den 700.000 Euro nach, die seinerzeit an IFK Norköpping überwiesen werden mussten. Vergeblich versuchten sie Andersson für das Projekt „sofortiger Wiederaufstieg“ zu gewinnen. Doch Liga drei kam in seiner Vorstellungswelt nicht vor.

Von seinen Trefferqualitäten konnten sich die Köpenicker schon selbst überzeugen. Beim aberwitzigen 3:4 auf dem Betzenberg Anfang März traf der 26-Jährige zunächst zum 1:1 ins eigene Netz, ließ sich aber davon nicht im geringsten schocken, sondern sorgte nur fünf Minuten später für die erneute Führung der Hausherren.

Eine Eingewöhnung sollte dem Blondschopf schnell gelingen. Zum einen trifft er in Simon Hedlund auf einen Landsmann. So etwas hilft ungemein. Zum anderen zeigte er auch in Lautern kaum Anpassungsschwierigkeiten, traf gleich bei seinem Debüt gegen Holstein Kiel.

Hübner von Hannover 96 in Berlin

An der Wuhle kann Andersson, zunächst erst einmal seinen noch an den Nachwirkungen seines Achillessehnenrisses laborierenden Vornamensvetter Polter ersetzen. Der wird ja frühestens im Oktober wieder wettkampftauglich sein. Aber eine Doppelspitze mit den beiden zusammen verspricht auch einiges an Durchschlagskraft. Was Union in der kommenden Spielzeit nötig haben wird, denn der Verlust von Steven Skrzybski (14 Tore) wiegt schwer, und an eine Leistungsexplosion von Philipp Hosiner scheint keiner so recht zu glauben im Südosten der Stadt.

Nicht der einzige Transfer, an dem Manager Oliver Ruhnert derzeit bastelt. Hannovers Innenverteidiger Florian Hübner, der in den letzten zwölf Monaten bei den Niedersachsen kaum zum Zug kam, hat ebenso wie Andersson gestern seine sportmedizinische Untersuchung in Berlin absolviert.