Eisbär Reichel wurde an Position 17 von den Blackhawks auserwählt.
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BerlinDer NHL-Draft war für Eishockey-Talent Tim Stützle einige Minuten lang spannend wie eine Quizshow - bis Moderator Alex Trebek der legendären Sendung „Jeopardy!“seinen Namen nannte und er wusste: Die Ottawa Senators sind sein neues Team. An dritter Stelle und damit so früh wie vor sechs Jahren der derzeit beste NHL-Profi Leon Draisaitl wurde der 18 Jahre alte Angreifer von der Mannschaft aus Kanadas Hauptstadt ausgewählt.

„Das war toll, er hat nette Worte gesagt“, sagte er am frühen Mittwochmorgen in einer Videopressekonferenz, zugeschaltet aus Mannheim. Dort hatte er gemeinsam mit Familie und Teamkollegen der Adler Mannheim die Rechtevergabe an den Talenten in der stärksten Eishockey-Liga der Welt verfolgt. Über das schicke weiße Hemd mit schwarzer Fliege hatte er sich schon Sekunden nach der Entscheidung ein Senators-Trikot mit seinem Namen und der Nummer 88 auf dem Rücken gestreift.

Stützle hält damit gemeinsam mit Draisaitl den Bestwert bei den Männern für die früheste Auswahl eines deutschen Sportlers in einer der nordamerikanischen Profiligen. Die Basketballerin Satou Sabally war von den Dallas Wings vor dieser Saison an zweiter Stelle ausgewählt worden und hatte damit den Rekord aufgestellt.

„Was Leon letzte Saison gemacht hat - und er wurde auch als Dritter gedraftet -, das ist einfach unglaublich. Das ist auch mein Ziel, so zu sein“, sagte Stützle über Draisaitls Auszeichnung als bester Scorer und wertvollster Spieler. Wie der Kölner bei den Edmonton Oilers steht auch Stützle nun in Diensten eines kanadischen Teams. „Ich bin geehrt, zukünftig in der kanadischen Hauptstadt zu spielen. Das ist einfach eine große Ehre. Mein Ziel ist es, mit Ottawa Pokale zu gewinnen, und ich möchte so schnell wie möglich in der NHL spielen.“

Am 1. Januar soll die kommende Saison beginnen, wie die NHL am Rande des Drafts bekannt gab. Da möchte es Stützle in den Kader des Teams geschafft haben, das die vergangene Saison als Vorletzter in der Eastern Conference beendete und die Play-offs klar verpasste.

Lukas Reichel dagegen gibt sich etwas mehr Zeit für den Sprung in die beste Liga der Welt. Auch der Angreifer von den Eisbären Berlin kam in der ersten Runde des Drafts unter die Haube und wurde an 17. Stelle von den Chicago Blackhawks ausgewählt. Er hofft, in zwei Jahren auch wirklich in der NHL auf dem Eis zu stehen. „Wenn ich stärker werde, dann kann ich ein guter Spieler werden“, sagte er. Er müsse weiter an Masse und Kraft zulegen.

Entgegen der Hoffnungen nicht in der ersten Runde ausgewählt wurde dagegen John Jason Peterka (derzeit von Red Bull München an Red Bull Salzburg verliehen). Der Draft geht um 17.30 Uhr deutscher Zeit mit der zweiten von insgesamt sieben Runden weiter.