SV Babelsberg 03: „Wir lassen uns nicht verbieten, uns gegen Nazis zu wehren“

Babelsberg - Der SV Babelsberg 03 hat in einer Stellungnahme bekanntgegeben, sich gegen eine vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) verhängte Strafe von 7.000 Euro zu wehren. Beim Regionalliga-Skandalspiel gegen Energie Cottbus am 28. April 2017 hatten Fans der Gastmannschaft wiederholt den Hitlergruß gezeigt, woraufhin ein Anhänger der Babelsberger den Satz "Nazi-Schweine raus!" in Richtung Gästeblock gerufen haben soll. Zudem wurde Pyrotechnik abgebrannt.

Der Verein betonte, die Strafe für das Abbrennen von Pyrotechnik anzuerkennen, wehrt sich allerdings entschieden gegen eine Bestrafung für ein "couragiertes Auftreten gegen Nazis". Zudem kritisierten die Brandenburger, dass die Strafjustiz des Bundeslandes einen Cottbusser Anhänger zwar für das Zeigen des Hitlergrußes verurteilt habe, die rechtsradikalen Provokationen vor dem NOFV-Gericht aber nicht einmal Erwähnung fanden.

Der SV Babelsberg 03 und seine Fans setzen sich seit jeher aktiv für eine vielfältige und multikulturelle Gesellschaft ein. So koordiniert der Verein ein Team mit dem Namen "Welcome United 03", in dem Flüchtlinge Fußball spielen können. Zudem kämpfen Anhänger des Clubs aktiv gegen Rechtsradikalismus und Rassismus und sehen sich deshalb regelmäßig Angriffen und Provokationen von rechten Gästefans ausgesetzt. Umso mehr betont der Verein nun in seiner Stellungnahme: "Wir lassen uns nicht verbieten, sich gegen Nazis zu wehren." Und zieht nun mit dem Fall vor das Zivilgericht.