Der einzige Trost nach einem Abstieg ist oft der Gedanke an den baldigen Wiederaufstieg. Doch diese Hoffnung kann trügerisch sein. Immerhin zeigen die Beispiele von Eintracht Braunschweig (Rückkehr nach 28 Jahren) und aktuell Darmstadt 98, dass nichts endgültig sein muss.

51 Jahre: Preußen Münster

1951 vor 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion dem 1. FC Kaiserslautern im Meisterschaftsfinale nur knapp 1:2 unterlegen, 1963 stolzes Gründungsmitglied der Bundesliga. Ein Punkt und ein paar Törchen fehlten zum Klassenerhalt, das war’s dann schon nach der allerersten Bundesligasaison.

49 Jahre: Tasmania Berlin

Widerwillig für die betrügerische Hertha in die Erstklassigkeit gerutscht, war nach 108 Gegentoren der Spuk schnell wieder vorbei.

47 Jahre: Borussia Neunkirchen

1964 an Bayern München vorbei aufgestiegen, zwei Jahre später abgestürzt, gelang der Borussia 1967 als erstem Verein der Wiederaufstieg. Doch die Auswärtsschwäche (nur ein Punkt) wurde zum Verhängnis.

42 Jahre: Rot-Weiß Oberhausen

Es reichte für vier turbulente Jahre. Diese enthielten die tiefe Verwicklung in den Bundesligaskandal und die Torjägerkanone für Lothar Kobluhn (1971/ 24 Treffer).

41 Jahre: Fortuna Köln

Nach sechs Jahren emsigen Probierens erfüllte sich 1973 der Traum des Klubmäzens Jean Löring von der Bundesliga, wenn auch nur für ein Jahr. Zum Wiederaufstieg fehlte in der Relegation zwölf Jahre später gegen Dortmund eine Minute.

40 Jahre: Wuppertaler SV

Gleich die erste Saison brachte dank der Tore von Günter „Meister“ Pröpper Rang vier und einen Platz im Uefa-Pokal. Dort war in Runde eins gegen Ruch Chorzow Schluss, in der Bundesliga mit nur zwölf Saisonpunkten zwei Jahre später.

38 Jahre: Rot-Weiss Essen

Immerhin sieben, wenn auch durchwachsene Spielzeiten mit Rang acht als bester Platzierung. Als aber Willi „Ente“ Lippens und Manfred Burgsmüller gingen, reichte auch ein Horst Hrubesch nicht mehr, schon am 32. Spieltag war der Abstieg besiegelt.

38 Jahre: Tennis Borussia Berlin

Dank spektakulärer Spiele wie dem 3:1 gegen Bayern München 1977 im voll besetzten Olympiastadion mit zwei Toren des blonden Schweden Benny Wendt war der Klub eine Zeit lang das populärste Fußballteam in Westberlin. Nach dem Abstieg ließ die Liebe rasch nach.

33 Jahre: Darmstadt 98

Zwei Mal dabei, aber jeweils nur ein Jahr, trotz Bum-Kun Cha im Angriff und mit Klaus Schlappner als Trainer. Aber vielleicht kommen manche ja doch wieder.

31 Jahre: Kickers Offenbach

Sieben Jahre Erstklassigkeit, Heimat schillernder Figuren wie Siegfried Held, Erwin Kostedde, Horst-Gregorio Canellas und nicht zuletzt Otto Rehhagel, der es als Trainer schaffte, in einer einzigen Saison drei Monate gesperrt zu werden.

28 Jahre: Blau-Weiß 90

Sprang ein, als Hertha gerade eine Auszeit in der Oberliga nahm. Begeisterte die Berliner einige Male, doch es reichte nicht zu mehr, weil Karl-Heinz Riedle erst noch lernen musste, wo das Tor steht.

25 Jahre: Waldhof Mannheim

Als Bundesligist getarnte Zuchtstätte grobmotorischer Vorstopper wie Jürgen Kohler oder Christian Wörns. Für die Tore sorgte der falsche Fritz Walter, für grobschlächtigen Humor der Trainer Klaus Schlappner.

25 Jahre: FC Homburg

Sorgte durch vom DFB untersagte Kondomwerbung für sehr viel mehr Furore als durch gepflegten Fußball, bekam schließlich recht, verschwand aber trotzdem in der Versenkung.