BerlinTennis funktioniert immer. Auch während einer Pandemie. So ungefähr drückt sich Felix Rewicki aus. „Wir betreiben einen Optimalsport“, sagt der Geschäftsführer des Tennis-Verbands Berlin-Brandenburg. „Die Spieler stehen sehr weit auseinander. Einzel sind deshalb erlaubt, in der Halle und im Freien.“ Und Doppel ebenfalls, wenn lediglich zwei Haushalte beteiligt sind. Bei öffentlichen Plätzen könne es sein, sagt Rewicki, dass ein Bezirk sie schließt, um zu verhindern, dass benachbarte Anlagen genutzt würden. „Aber grundsätzlich kann Tennis gespielt werden.“

Der teilweise Lockdown in Berlin trifft einige Sportarten härter als andere. „Der Amateursport wird ausgesetzt“, heißt es in der Verordnung des Senats: „Sport darf ansonsten nur alleine oder mit einer anderen Person kontaktfrei unter Einhaltung der Abstandsregeln ausgeübt werden.“ Professioneller Fußball ist erlaubt, Fußball der Amateure nicht. Golf ist erlaubt, Judo nicht. Tischtennis ist erlaubt, Rudern ebenfalls. Rudern allerdings nur im Einer, im Zweier mit und ohne Steuermann.

„Theoretisch könnte man auch einen Achter mit Angehörigen aus einem Haushalt besetzen“, sagt Karsten Finger, geschäftsführender Vorstand des Landesruderverbands Berlin: „Ich könnte mit meiner Familie einen Doppelfünfer bestücken“, meint er halb im Scherz. Da kaum jemand von diesen theoretischen Möglichkeiten Gebrauch machen wird, bleiben die Großboote in diesem Monat auf dem Trockenen.

„Damit können wir leben“, sagt Finger. Zumal Athleten aus dem Bundeskader generell ohne Beschränkungen trainieren dürfen. „Anders als beim ersten Lockdown im Frühjahr sind nun auch die Landeskader von den Beschränkungen ausgenommen. Dafür sind wir dem Senat sehr dankbar“, sagt Finger. Denn Ruder-Champions werden - wie Champions in jeder anderen Sommersportart - im Winter gemacht.

Erleichtert sind die Berliner Spartenverbände, dass sie die Arbeit mit den jungen Talenten fortsetzen können. „Kinder bis zwölf Jahre dürfen in festen Gruppen von maximal zehn Personen im Freien Sport betreiben.“ So steht es in der Verordnung, was allerdings im Umkehrschluss bedeutet, dass das Training der älteren Jugendlichen in einigen Sportarten ruhen muss.

Im Segeln etwa, das nicht zuletzt wegen ausreichender Zufuhr von Frischluft nicht als Ausgangspunkt größerer Infektionsgeschehen gelten dürfte. Allerdings endet für die Segler die Saison auf dem Wasser ohnehin. Erfreut  haben sie am Dienstag die Erlaubnis des Senats aufgenommen, dass sie ihre Boote an Land holen dürfen; eine Arbeit, die mitunter mehr als zehn Personen gleichzeitig verrichten müssen.

„Zerstreuungsgebot“ heißt das übrigens im Bürokratendeutsch, wenn nur eine bestimmte Anzahl an Menschen zusammen kommen darf. Im Berliner Sport handelt es sich eher um ein Zerstreuungs-Verbot, teilweise zumindest: Zerstreuung im Sinne von Freizeit und Erholung. Auch von Corona.