Thomas Dreßen beim Weltcup in Lake Louis.
Foto: The Canadian Press/dpa/Frank Gunn

Lake LouiseWas für ein Comeback! Thomas Dreßen schreibt bei seiner Rückkehr in den Weltcup sein ganz persönliches Ski-Märchen und gewinnt sensationell die Abfahrt von Lake Louise.

Lake Louise/München (SID) Im Moment seiner sensationellen Rückkehr auf den Abfahrts-Thron dachte Thomas Dreßen zuerst an seine Liebste. „Biggi, danke!“, rief er nach seinem Husarenritt auf der „Men's Olympic“ zum völlig überraschenden Triumph bei seinem Comeback-Rennen in die TV-Kamera - und Freundin Birgit dürfte sich zu Hause mit ihm gefreut haben.

„Dass es so läuft, hätte ich mir nicht gedacht, das ist ein Wahnsinn“, sagte Dreßen völlig überwältigt von seinem unerwarteten Coup in Lake Louise im ORF: „Es muss viel zusammenpassen, die kleinsten Fehler sind fatal. Mir ist heute alles perfekt aufgegangen.“ Und das auf den Tag genau ein Jahr nach seinem schlimmen Sturz in Beaver Creek/USA, wo er sich schwer am Knie verletzte und unter anderem das Kreuzband riss (Dreßen: „Es war alles kaputt“).

Deutscher Rekord in der Abfahrt

Doch Dreßen fuhr beim ersten Saisonrennen in der Königsdisziplin in den kanadischen Rocky Mountains so souverän zu seinem dritten Weltcupsieg nach Kitzbühel und Kvitfjell, als wäre er nie weggewesen. Drei Weltcup-Abfahrten wie jetzt der 26 Jahre alte Mittenwalder hatte zuvor noch kein deutscher Skirennläufer gewonnen. Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier kam wie Josef Ferstl senior auf zwei Erfolge.

Dabei war es Dreßen in den Tagen vor dem Rennen „gesundheitlich nicht so berauschend“ gegangen, wie er berichtete, er hatte sich „ein bisschen angeschlagen und krank“ gefühlt. Das Knie, das in den vergangenen Monaten immer wieder gezwickt hatte, hielt jedoch. Seine erste Trainingsfahrt am Donnerstag habe trotzdem „noch nicht viel mit Rennfahren zu tun gehabt“, bekannte er. Vom Speed her habe er allerdings gleich gewusst, „dass es halbwegs passt“. Halbwegs? Naja.

Bei traumhaften Bedingungen mit Sonnenschein bei Temperaturen von 13 Grad unter Null meisterte Dreßen alle Schlüsselstellen ohne Probleme. Sein Vorsprung auf den Zweiten, Super-G-Weltmeister Dominik Paris aus Südtirol, betrug hauchdünne 0,02 Sekunden. Zeitgleich Dritte wurden die Schweizer Carlo Janka und Beat Feuz (+0,26). Im Ziel riss Dreßen die Arme in die Luft und schrie seine unbändige Freude heraus, dann folgte der Dank an seine „Biggi“.

Josef Ferstl (Hammer/1,43) zeigte trotz seiner Handverletzung eine ordentliche Fahrt und belegte nach 45 Startern Rang 14. Direkt hinter ihm platzierte sich der gebürtige Österreicher Romed Baumann (Kiefersfelden/1,46) in seinem ersten Rennen für den Deutschen Skiverband. Andreas Sander (Ennepetal/2,28), der wie Dreßen nach einem Kreuzbandriss zurückkam, schaffte es als 38. nicht in die Punkte.