Wechselstimmung: Thomas Tuchel spricht Edison Cavani gut zu. Der hat am Sonntag sein 200. Tor für Paris Saint-Germain erzielt. 
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Paris - Die Zukunft von Thomas Tuchel bei Paris Saint-Germain ist besiegelt. Natürlich nicht offiziell, sondern medial und auch nur vereinzelt. Die Plattform Foot Mercato zum Beispiel scheint sich bereits festgelegt zu haben, dass der deutsche Trainer des Tabellenführers in Frankreichs Ligue 1 nach dieser Saison seinen Hut nehmen muss. Tuchels Vertrag läuft noch bis Juni 2021, aber das heißt natürlich nichts. Vor allem nicht für Trainer-Rauswurf-Spekulanten.

Auch über potenzielle Nachfolger wird schon debattiert. Leonardo, der brasilianische Sportdirektor bei Paris Saint-Germain, habe schon zu Massimiliano Allegri Kontakt aufgenommen. Der ist ja nach seinem Engagement bei Juventus seit dem vergangenen Jahr wieder verfügbar. Derzeit bei Juventus als Coach aktiv ist Maurizio Sarri, doch auch er wird in Paris gehandelt.

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt und Wahrscheinlichkeitsgrad werfen die Gerüchte ein bezeichnendes Licht auf Tuchels Lage in Paris. Die Stimmung ist angespannt beim französischen Branchenprimus. Das mag vordergründig am jüngsten Auftritt in der Champions League liegen, jener Niederlage im Hinspiel des Achtelfinales gegen Borussia Dortmund. Die Fans im Prinzenpark jedenfalls werten das 1:2 als vorläufigen Tiefpunkt.

Bei der Teamvorstellung am Sonntag vor der Begegnung gegen Bordeaux wurde Thomas Tuchel ausgepfiffen. Anschließend bekam das Publikum beim 4:3-Sieg allerdings etwas geboten. Ui-Jo Hwang erzielte nach einem Eckball per Kopf das 1:0 für Bordeaux. Nach Flanke von Angel Di Maria schaffte Edinson Cavani ebenfalls per Kopf den Ausgleich. Es war der 200. Treffer des Uruguayers für Paris.

Es ging munter weiter: Nach Marquinhos' 2:1 für die Gastgeber mit der Schulter sorgte Pablo für den erneuten Ausgleich: Ein Rückpass des Parisers Marco Verratti landete bei Torhüter Sergio Rico, der den Bordeaux-Verteidiger anschoss - der Ball landete im Tor. Marquinhos (Paris), Kylian Mbappe (Paris) und Ruben Pardo (Bordeaux) stellten nach der Pause das Endergebnis her.

Und dann kam Neymar, nicht mit einem Tor, sondern einem üblen Foul in der Nachspielzeit, das eine Rote Karte nach sich zog. „Auch er ist nur ein Mensch, er war wütend“, sagte Tuchel später über Neymar, „der Kerl, der ihn vorher gefoult hatte, hat nicht mal Gelb gesehen, das war ein bisschen merkwürdig.“

Apropos: Einige französische Medien sehen Tuchel in der kommenden Saison schon beim FC Bayern München.