Zu Beginn eine kleine Quizfrage: Welches Duell ist das Topspiel des neunten Spieltags? Na? Zugegeben, das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 würde naheliegen. Stattdessen, Sie haben es vielleicht geahnt, ist die Partie von Hertha BSC gegen die TSG Hoffenheim das Duell der Teams, die in der Formtabelle ganz oben stehen. Insofern ist die Vorfreude von Michael Preetz verständlich. Herthas Manager verspricht ein wunderbares Spiel „von zwei Mannschaften der Stunde“.

Tatsächlich haben sich die Berliner nach den ersten vier Spieltagen und einem mageren Punkt in den vergangenen Wochen freigeschwommen. Betrachtet man nur die gesammelten zehn Punkte aus den jüngsten vier Spielen, steht Hertha in dieser bisher so ausgeglichenen Bundesliga sogar ganz oben. Die TSG holte im gleichen Zeitraum sieben Punkte, setzte aber vor allem zwei Ausrufezeichen mit den Siegen beim FC Bayern und gegen Schalke. Kumuliert betrachtet ergeben sich die Tabellenplätze zehn (Hertha) und elf (Hoffenheim). „Für uns ist es wichtig, dass wir in der Saison angekommen sind“, sagt Preetz.

Mehr Qualität als im Vorjahr

Mit einem Sieg gegen die Kraichgauer würden die Berliner mit kräftigem Rückenwind in die kommende Highlight-Woche starten, wenn es in der zweiten Pokalrunde gegen Dynamo Dresden geht, bevor das Derby beim 1. FC Union steigt.

„Wo wir hin wollen, ist klar“, betonte Preetz. Herthas Kaderplaner weiß allerdings, dass seine Mannschaft in den vergangenen Jahren in schmerzhafter Regelmäßigkeit Rückschläge kassierte, wenn die Chance bestand, in der Tabelle einen großen Sprung nach oben zu machen. „Wir sind einen Schritt weiter als in der Vergangenheit“, erklärte Preetz. Das gesammelte Selbstvertrauen soll helfen „mehr von den Dingen umzusetzen, die wir uns wünschen“. Die neue Qualität lasse sich an der immer wieder veränderten Startelf der Berliner gut ablesen. „Es herrscht auf vielen Positionen Konkurrenzkampf“, sagte Preetz. Diesen zu moderieren sei eine Herausforderung für Trainer Ante Covic, „aber Konkurrenz belebt das Geschäft. Das sehen wir im Moment. Das ist positiv.“

Covic weiß um die schwere Aufgabe gegen die TSG, die nach Trainer Julian Nagelsmann auch viele hochkarätige Spieler und damit an Offensivkraft verloren, aber unter Alfred Schreuder zu mehr Kompaktheit gefunden hat.

Eine weitere harte Nuss, die Covic bereits vor dem Anpfiff zu knacken hat, ist die Personalfrage. „Es ist im Moment außergewöhnlich. Alle Jungs performen brutal“, erklärte der Kroate. Dennoch ist davon auszugehen, dass lediglich Rekordeinkauf Dodi Lukebakio nach seiner Rolle als Joker und seinem Tor in Bremen in die Startelf zurückkehrt und auf dem linken Flügel Javairo Dilrosun verdrängt. Für Abwehrchef Niklas Stark wird es nach auskurierter Schnittwunde am Knie für das Topspiel wohl noch nicht reichen.