In der Nachspielzeit hat es Rafal Gikiewicz nicht mehr ausgehalten. Der Trainer hatte dem Torwart drei Minuten vorher noch verboten dahin zu stürmen, wo Tore gemacht und nicht verhindert werden. „Urs Fischer hat Nein gesagt. Ich musste an der Mittellinie bleiben. Dann habe ich nicht mehr nachgefragt und bin einfach nach vorne“, erzählte der gefeierte Held kurz darauf. Gikiewiczs Ungehorsam hat Union einen Punkt gerettet und mit dem 1:1 (0:0) gegen den FC Heidenheim den Vereinsrekord von neun Partien zu Saisonbeginn ohne Niederlage.

Die erste punktlose Partie der Saison schien besiegelt, als sich der 30 Jahre alte Gikiewicz über den Willen seines Trainers hinwegsetzte. Er hatte ein gutes Gefühl, dass ihn in den gegnerischen Strafraum trug. Sein Zwillingsbruder Lukasz ist ja Stürmer und kann auch gut köpfen. „Ich wollte am zweiten Pfosten bleiben, weil alle zum Ball gehen, und habe gehofft, dass Hübi den Ball direkt zu mir spielt, dann macht es Andersson. Das ist auch okay“, sagte Unions Ausgleichstorschütze. Trotzdem war der Kopfball eine Wucht, kein glückliches Torhütertor, sondern ein mustergültiges Exemplar von Sprungkraft und Kaltschnäuzigkeit. Da staunte auch Kollege Christopher Trimmel: „Das haben wir im Training mit ihm noch nicht so trainiert. Rafal hat jetzt ein Tor und einen Assist auf dem Konto, Hut ab.“

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