Füchse-Torwart Martin Ziemer lässt sich nach dem Sieg gegen Leipzig feiern.
Foto: Jan-Philipp Burmann/City-Press

Berlin-Prenzlauer BergEigentlich ist   Martin Ziemer ein eher ruhiger Torwart. Beim Weihnachtsspiel der Füchse gegen den SC DHfK Leipzig konnte aber auch der 36-Jährige nicht anders, als regelmäßig aus seiner Haut zu fahren. 14 Paraden lieferte er ab und war bei seiner letzten Abwehraktion dann nicht mehr zu halten. Wieder war es eine Situation in letzter Sekunde, wieder war es spielentscheidend. Beim Duell mit Linksaußen Raul Santos zog der Leipziger   den Kürzeren und Ziemer sicherte den 29:28(13:13)-Sieg gegen den Derby-Rivalen. „Wir nehmen das so mit“, sagte der gebürtige Rostocker nach der Partie schon wieder ganz bescheiden. „Zwei Punkte zu Weihnachten sind eine schöne Sache. Das war wichtig.“

Es war eine Begegnung mit Höhen und Tiefen aus Sicht der Füchse, bei der bereits der Blick auf den Spielberichtsbogen vor der Partie ein mulmiges Gefühl hervorrief. Nicht nur, dass die bisher verletzten Torhüter Silvio Heinevetter und Dejan Milosavljev nur auf der Tribüne und nicht auf dem Parkett begrüßt werden konnten. Der Vierte im Bunde, Fredrik Genz, war mit der TUSEM Essen im Einsatz und musste ebenfalls passen. Statt ihm wurde der gerade einmal 17 Jahre alte Lasse Ludwig aufgestellt. Doch über ein Backup mussten sich die Berliner keine Gedanken machen, denn Ziemer war von Beginn an da – genauso wie der Rest der Defensive. Wiederholt zwang das Team von Trainer Velimir Petkovic die Gäste aus Leipzig zum Ballverlust und lief einen Tempogegenstoß nach dem anderen. Nach 15 Minuten war es Kapitän Hans Lindberg, der nach vorn sprintete und die erste Vier-Tore-Führung für die Hausherren besorgte (9:5).

Ziemer glänzt mit seinen Aktionen

Zu diesem Zeitpunkt hätten die Füchse bereits ein komfortables Polster herausspielen können, wären da nicht die schlechte Wurfausbeute und zu viele technische Fehler gewesen. Ziemer allerdings glänzte weiter mit seinen Aktionen und hielt sein Team im Spiel. Nach zwei gehaltenen Siebenmetern schnappte sich der Schlussmann in der 21. Minute sogar einen Freiwurf nahe der Mittellinie und trieb den Ball voran, fing Sekunden später einen Gegenstoß ab. Ein Problem war nur, dass auch Leipzigs Joel Birlehm einen Sahnetag erwischt hatte. Die Gäste kämpften sich heran, glichen zur Halbzeit aus und gingen nach Wiederanpfiff sogar in Führung (33., 15:14).

Von da an gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Bis zur 59. Minute, als die Zuschauer die geballte Faust Ziemers zweimal hintereinander aufschnellen sahen. Im Anschluss war es wieder   Lindberg – mit acht Treffern bester Werfer, der ein Tor folgen ließ. „Wir waren vielleicht nicht immer die bessere Mannschaft, aber die glücklichere“, resümierte Ziemer, „der Sieg tut gut.“