Berlin - Nach der Humba mit den Fans würgte Bo Svensson die Party abrupt ab. „Wir dürfen nicht anfangen, uns abzufeiern“, mahnte der Trainer des FSV Mainz 05 in dem strengsten Ton, den der sonst so sympathische Däne zu bieten hatte: „Noch vor neun Monaten waren wir komplett abgeschlagen. Das dürfen wir nicht vergessen.“

Und wie abgeschlagen der Fußball-Bundesligist, der unter den Augen von Bundestrainer Hansi Flick mit dem 2:0 (1:0) bei der TSG Hoffenheim sein starken Saisonstart veredelt hat, zu Beginn des Jahres war. Lächerliche sieben Punkte hatte der FSV nach der Hinrunde der vergangenen Spielzeit auf dem Konto. Dann kam Svensson. Seitdem holten die Rheinhessen 41 Zähler in 21 Partien – die Bilanz eines Champions-League-Teilnehmers.

Für Martin Schmidt hat sich die Frage nach dem Vater des überraschenden Erfolgs, der den FSV nach vier Spieltagen mit neun Punkten auf den vierten Platz geführt hat, längst erledigt. „Es ist eine kontinuierliche Entwicklung unter Bo“, sagte der Sportdirektor: „Seit er da ist, hat er noch nicht viel falsch gemacht. Ich bin gespannt, was er noch schafft und zu was Mainz 05 noch fähig ist.“

Die Gäste, für die Jonathan Burkardt (21.) und die 80 Sekunden zuvor eingewechselte Union-Leihgabe Marcus Ingvartsen (77.) trafen, ließen der TSG kaum eine Chance. Das lag in erster Linie daran, dass Svensson seine Mannschaft wieder einmal perfekt eingestellt hatte. „Sein Matchplan ist erneut voll aufgegangen“, so Schmidt, der sich über den dritten Saisonsieg freute.