Trainerdiskussion bei Hertha: Rätseln und Wortdeuterei

Berlin - Andre Mijatovic sagte es klipp und klar dieser Zeitung: „Das ist totaler Unfug, ich weiß es definitiv nicht. Das ist kein Thema, über das der Trainer mit Spielern reden muss.“ Es ging um die Behauptung der Berliner Morgenpost, ein dem Trainer Markus Babbel durchaus nahestehender Spieler soll ausgeplaudert haben, der Trainer habe die Mannschaft schon im Sommer über seinen Abschied spätestens zum Saisonende informiert. Der 32-jährige Hertha-Kapitän, der am Sonnabend beim letzten Spiel der Hinrunde in Hoffenheim (15.30 Uhr, Sky) wegen einer Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk ausfallen wird, sagte auch: „Durch die Trainerdebatte und weil wir fünf Spiele in Serie nicht gewonnen haben, ist der Druck groß geworden.“

Der Kroate, rechte Hand von Babbel, sieht die Geschichte pragmatisch: „Die Mannschaft muss trainieren, so oder so. Wir spielen auch für uns und den Verein und die Fans und nicht nur für den Trainer. Aber die Mannschaft will, dass der Trainer bleibt. Letztendlich ist es aber seine Entscheidung.“

Babbel wartet noch mit einer Entscheidung

Auf der offiziellen Pressekonferenz vor dem Spiel in Hoffenheim waren Fragen zur Trainerdebatte nicht erwünscht. Stattdessen kündigte der Vereinssprecher im Beisein von Manager Michael Preetz und Babbel an: „Zum Start der Rückrunde werden wir eine Erklärung abgeben zum weiteren Prozedere.“ Exakt sei damit der Zeitraum bis 21. Januar, wenn Hertha beim 1. FC Nürnberg antreten muss, gemeint.

Glaubt man den Worten der Hertha-Verantwortlichen, müsste Babbel, der sich Zeit für seine Entscheidung ausbedungen hat, ob er seinen Vertrag über den Juni 2012 hinaus verlängern will, am 3. Januar beim Trainingsauftakt noch der Verantwortliche sein und am 7. Januar ins Trainingslager nach Belek (Türkei) reisen. In Berlin ist die Zeit der Wortdeuterei angebrochen, denn aus dem Verein ist immer wieder zu hören, dass niemand mehr daran glaubt, dass Babbel Trainer bleibt.

Sollte sich der Klub schon im Winter vom Trainer trennen, was sämtliche Insider vermuten, wirft das finanzielle Probleme auf. Babbel müsste bis Juni weiter bezahlt, einer neuer Trainer vielleicht aus seinem Vertrag herausgekauft werden. Auf der Agenda sollen Mike Büskens (Fürth) und Franco Foda (Sturm Graz) stehen. Babbel sagte doch noch etwas zum Ballyhoo um seine Person. „Nein“, behauptete er, „diese Debatte beeinflusst die Mannschaft nicht. Für die Jungs ist das kein Problem, genauso, wie es für uns kein Problem ist.“ Dabei schaute er Preetz von der Seite an.