Wie große die Vorfreude der Anhänger der Eisbären auf die neue Saison ist, offenbarte sich am späten Freitagnachmittag. Trotz strömenden Regens und teils überfluteter Straßen war der Wellblechpalast schon zwanzig Minuten vor dem offiziellen Trainingsauftakt mit Hunderten EHC-Fans gefüllt. Insgesamt wollten rund 500 Zuschauer verfolgen, was der neue Cheftrainer Serge Aubin, 44, mit dem neu formierten Team vorhat.

Zu Beginn der rund einstündigen Session war der Applaus noch zurückhaltend. Jedes halbwegs sehenswerte Tor sorgte aber später für kurze Freudenausbrüche. Man kann die Sehnsucht regelrecht spüren, dass die Eisbären nach einer durchwachsenen Vorsaison wieder attraktives Eishockey spielen.

Beeindruckt von den Fans

Aubin hat den Job bei den Eisbären ja genau deshalb angetreten. Ob er die hohen Erwartungen auch wirklich erfüllen kann, wird sich zeigen. Der Kanadier zeigte sich aber schon mal beeindruckt von der Wucht der EHC-Fans. „Das war ein schöner Start“, sagte er, „es ist großartige, diesen Support zu spüren.“ Dass es durchaus Vorbehalte gibt, weil er einst die Hamburg Freezers coachte, ließen die Fans ihn erst mal nicht spüren. „Das gehört zum Geschäft“, sagte er unter der Woche aber schon vorausschauend, als er die Kraft- und Ausdauertests seiner Profis beobachtete.

Anders als in den letzten Jahren lag der Fokus nicht auf läuferischen Übungen. Viele spielerische Elemente prägten dieses Training. Torjäger Leo Pföderl, 25, den die Berliner trotz zahlreicher Konkurrenten aus Nürnberg in die Hauptstadt lotsen konnten, sagte: „Es war Zeit, dass wir aufs Eis gekommen sind. Ich denke, wir haben ganz gut ausgesehen.“

Hohes Tempo

Dieses Gefühl bestätigte später auch sein neuer Bandenchef. „Das Eis war noch ein bisschen holprig und weich, aber die Geschwindigkeit war gut“, kommentierte Aubin die ersten Eisminuten in Berlin. Und nicht weniger wichtig: „Alle sind fit aus der Sommerpause gekommen.“ Mit der taktischen Arbeit werden Aubin sowie seine Assistenten Gerry Fleming und Craig Streu allerdings erst am Montag richtig beginnen. Er mahnte bereits: „Das wir nicht gleich alles gut aussehen.“

Anfang der kommenden Woche wird der Kader auch nicht mehr so umfangreich auf dem Eis sein wie am Freitag, als über 30 Profis im Wellblechpalast vorspielten. „Wir werden entscheiden, wer nach Weißwasser geht.“ Zunächst mal steht am Sonnabend aber noch die offizielle Saisoneröffnung auf dem Platz vor der Mercedes-Benz-Arena an.