Tokio - Thomas Schmidberger blickte ins Leere. Der querschnittsgelähmte Tischtennisspieler kämpfte mit den Emotionen, die äußerst bittere 1:2-Niederlage im Teamfinale der Paralympics gegen China ließ den 29-Jährigen am Donnerstag in Tokio fassungslos zurück. „Wir sind einfach todesenttäuscht“, sagte Schmidberger. 2:0 führte er im Entscheidungsspiel nach Sätzen, Gold war zum Greifen nah. Dann folgte der Einbruch, es langte nur für Silber.

Schon 2012 in London und 2016 in Rio hatten Schmidberger und Thomas Brüchle jeweils das Finale gegen die Chinesen verloren. Schmidberger unterlag zudem in Rio und nun auch in Tokio im Einzelfinale gegen Panfeng Feng. Es ist somit seine fünfte Silbermedaille bei Paralympics, auf Gold wartet er noch, alle Endspiele verlor er gegen China.

Silber fühlt sich an wie der letzte Platz

Mit einem Sieg im Doppel hatte Schmidberger mit Partner Brüchle die Tischtennis-Goldmission begonnen. Nach der Niederlage von Brüchle im zweiten Match folgte der Showdown. Im Einzelwettbewerb hatte der Düsseldorfer den Chinesen Xiang Zhai mit 3:0 von der Platte gefegt. Nach der 2:0-Führung schien Gold eigentlich nur noch Formsache zu sein, gereicht hat es nicht. „Eine 2:0-Führung darf man in einem solchen Spiel, auf meinem Niveau niemals aus der Hand geben. Das darf nicht passieren. Jetzt haben wir Silber, aber gerade fühlt es sich an wie der letzte Platz“, sagte ein sichtlich angeschlagener Schmidberger.

Keinen Vorwurf gab es von Partner Brüchle. „Tom hat alles gegeben. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen“, betonte er. Bundestrainer Volker Ziegler war vor allem über Schmidbergers Gegner verblüfft. „Er war wie eine Maschine, hat keine Fehler mehr gemacht“, sagte der Coach. Spätestens bei der Zusammenkunft der Tischtennismannschaft am Abend wird auch Schmidberger wieder lachen können. „Wenn wir zusammensitzen, wird Tom sehen, wie viele Freunde er hier hat. Im Sieg und in der Niederlage“, sagte Ziegler.