Berlin - Eines steht fest: Andrej Kramaric liebt Heidelberg. Anders ist es kaum zu erklären, dass er seit mehr als sechs Jahren dort spielt, wo man, von einigen Ausreißern abgesehen, eher die Niederungen des Spitzenfußballs verortet, bei der TSG Hoffenheim. Ein selten gewordenes Muster an Vereinstreue, dabei würde der Kroate, da sind sich die Experten ausnahmsweise mal einig, jedem europäischen Topklub zur Zierde gereichen. Jahr für Jahr bleibt er jedoch Team und Wohnort treu, und die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass dies auch kommende Saison so sein wird, obwohl der 29-Jährige in der aktuellen Spielzeit wieder mächtig auftrumpfte, die Hoffenheimer vor größeren Kalamitäten bewahrte und erneut diverse lukrative Angebote erhalten dürfte. Andererseits wäre es, wenn der Angreifer mit dem prägnanten Torschuss doch noch mal einen Ortswechsel in höhere fußballerische Gefilde erwägen sollte, höchste Zeit, an der Umsetzung zu arbeiten.

Aber Andrej Kramaric hatte schon immer seinen eigenen Kopf. So widersetzte er sich als 20-Jähriger beherzt den Avancen des damals mächtigsten Mannes im kroatischen Fußball, Zdravko Mamic, zu jener Zeit Präsident von Dinamo Zagreb, später Verbandschef. Der ließ Spieler Verträge unterschreiben, die ihn an den Erlösen aus späteren Transfers beteiligten. Inzwischen sind Zdravko Mamic und sein Bruder Zoran, ehemaliger Bundesligaprofi, rechtskräftig zu Gefängnisstrafen verurteilt, und berühmte kroatische Spieler wie Luka Modric oder Dejan Lovren mussten vor Gericht unangenehme Fragen zu ihren Verbindungen mit den Mamics beantworten.

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