Zuspruch: Schalkes Amine Hrit tröstet Jordan Torunarigha.
Foto: Imago Images

Berlin - Rassismus ist strafbar. Dummheit nicht. Leider, in den Fällen jedenfalls, in denen sie offensiv zur Schau gestellt wird. Dann sind beide Tatbestände eindeutig nachweisbar. Am Dienstagabend zum Beispiel die Vorfälle in Gelsenkirchen. In der ersten Hälfte des Pokalspiels des FC Schalke gegen Hertha BSC wurde der Berliner  Jordan Torunarigha von der Tribüne aus beleidigt, mit Affenlauten. Jenen Fußballprofi mit nigerianischen Wurzeln. Da waren Rassisten am Werk, deren Intelligenzquotient den ihres Fanschals unwesentlich übersteigen dürfte. Oder um es für diese Zielgruppe verständlich zu formulieren: Das waren Idioten.

Fußball ist niemals unpolitisch, auch wenn sich mancher Funktionär mit dieser Behauptung aus der Affäre ziehen will. Fußball gehört zur Gesellschaft, also versammelt sich Woche für Woche auf den Tribünen  ein Querschnitt dieser Gesellschaft. Also eben auch Rassismus und Dummheit, möglicherweise zu einem kleinen Prozentsatz, der sein Gift aus dem Schutz der Masse heraus versprüht. Die Anonymität eines Stadions mag Rassisten und Dummköpfen in Personalunion zusätzlich motivieren, scheint zumindest die Furcht vor persönlichen Konsequenzen herabzusetzen.

Mangelnde Drohkulissse

Tatsächlich kommt es mit unschöner Regelmäßigkeit zu Entgleisungen im Fußball, reichen die Drohkulisse gegenüber den geistig Unterversorgten nicht aus. Wie in anderen kriminellen Bereichen, die zu den hässlichen Erscheinungen des Sports gehören wie Korruption oder Doping, erweist es sich als erfolgreichste Strategie, dem Staat die Strafverfolgung zu überlassen.

Im Fußball verspricht noch ein anderes Mittel Effizienz. Eines, das aus dem Fußball selbst kommen kann, verhängt vom Deutschen Fußball-Bund. Eine Drohkulisse, die den Fan im Rassisten an seiner empfindlichsten Stelle trifft: dem Wunsch nach Erfolg für seinen Verein.

Wie wäre es also, wenn Klubs, die ein Problem mit Rassismus haben und es nicht in den Griff bekommen, auch sportlich zu Verlierern bestimmt werden. Das macht die Dummen nicht schlauer, aber es sorgt vielleicht dafür, dass sie ihr geistiges Defizit nicht mehr offen zu Schau stellen.