Berlin - Die Play-offs sind nicht nur der sportliche Höhepunkt der Eishockey-Saison, sondern auch die Phase der besonderen Geheimniskrämerei. Wenige Minuten vor dem ersten Halbfinale zwischen den Eisbären und dem ERC Ingolstadt überraschten die Berliner mit der Nachricht, dass Leo Pföderl sein Comeback gibt. Nachdem sich der Stürmer kurz vor der K.-o.-Runde in Schwenningen verletzt hatte, lautete die veröffentlichte Diagnose zunächst Teilruptur am Innenband des rechten Knies. Mit der Aussicht, dass er in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz käme. Aber nun schüttelte EHC-Trainer Serge Aubin den in der Hauptrunde erneut so torgefährlichen Angreifer aus dem Ärmel.

Ex-Eisbär Louis-Marc Aubry erzielt drei Tore 

Pföderl tauchte in seiner angestammten Position an der Seite von Lukas Reichel und Marcel Noebels auch gleich gefährlich vor dem Ingolstädter Tor auf. Aber bei diesem 3:4 (1:2, 1:1, 1:1) waren es zunächst mal andere, die für die großen Akzente sorgten. Insbesondere der Ingolstädter Louis-Marc Aubry, der die Eisbären 2020 nach drei Jahren verlassen hatte. Wie einst im EHC-Trikot läuft er auch jetzt wieder in den Play-offs in Hochform auf. Auf die Berliner Führung durch Mark Olver nach nicht einmal zwei Minuten antwortete der Kanadier mit einem Doppelpack schon im ersten Drittel (11./20.). Und auch körperlich setzte er viele Akzente, saß mehrfach auf der Strafbank.

Die Eisbären haben allerdings auch Stürmer in ihren Reihen, die nicht allzu viele Chancen brauchen, um zum Erfolg zu kommen. Das gilt insbesondere für Matt White, der bereits im entscheidenden Spiel gegen Iserlohn am Sonnabend (5:3) mit einem Hattrick den Fehlstart seiner Mannschaft ausgebügelt hatte. Diesmal stand er ziemlich unbehelligt am rechten Pfosten und hämmerte den Puck auf Vorlage von Simon Després in die Maschen (30.). Dass die Eisbären erneut mit einem Rückstand in die Kabine gehen mussten, hatte wieder mit Aubry zu tun. Dieser irritierte den Berliner Torwart Mathias Niederberger dermaßen, dass er in einer an sich nicht wahnsinnig gefährlichen Aktion die Scheibe nicht kontrollieren konnte. Morgan Ellis staubte zum 3:2 für die Gäste ab (38.).

Leo Pföderl trifft beim Comeback 

Und als hätte der ehemalige Kollege nicht schon genug Schaden an diesem Abend angerichtet, schockte Aubry die Hausherren mit seinem dritten Tor, dem zweiten in Powerplay, nach 43 Sekunden im Schlussdrittel erneut. Ehe Pföderl erstmals so richtig in den Fokus rückte. Mit seinem Treffer zum 3:4 hauchte er seiner Mannschaft neue Energie ein (45.). Ziemlich wild stürmten die Eisbären in Richtung Ingolstädter Tor, allerdings ohne Erfolg. Womit sie erneut mit einer Niederlage in die Serie starteten und im zweiten Spiel am Mittwoch in Ingolstadt (20.30 Uhr, Magentasport) einen Sieg brauchen, um ein zusätzliches Entscheidungsspiel zu erzwingen.