Berlin - Im letzten Viertel ließ dann auch das Wurfglück von Ben Lammers nach. Lieferte Alba Berlins Center bis dahin vor allem offensiv eines seiner besten Spiele, fehlte plötzlich die Präzession. Bis dahin hatte Lammers den diesmal schwächeren Abend seines Teamkollegen Johannes Thiemann aufgefangen und mit seinen 18 Punkten einen großen Anteil daran, dass die Berliner nicht schon früher gegen Mailand nahezu aussichtslos hinten lagen. Gerade einmal sechs Punkte lieferten die Gastgeber am Donnerstagabend in den ersten sieben Minuten des letzten Viertels. Zu wenig, um das durchaus noch offene Spiel zu drehen. Dass Mailand am Ende mit 84:70 gewann, klang deutlicher, als das Spiel tatsächlich über drei Viertel ausgesehen hatte.

Dabei konnte Alba Berlin nach zwei harten Wochen zumindest mal wieder auf zwölf Spieler zurückgreifen. Luke Sikma und Peyton Siva standen zum ersten Mal in diesem Jahr bei einem Heimspiel auf dem Feld, lediglich Niels Giffey und Marcus Eriksson mussten weiterhin verletzt zuschauen. Alba Berlin erwischte tatsächlich einen guten Start und lag gut zwei Minuten vor dem Ende des ersten Viertels mit 18:9 in Führung. Mit zwei Dreiern hatte sich dabei Peyton Siva erfolgreich zurückgemeldet. Diesen komfortablen Vorsprung verspielten die Berliner innerhalb von nicht einmal vier Minuten. Nach einem 12:0-Lauf hatten die Mailänder das Spiel gedreht. Erst Luke Sikma konnte mit zwei Freiwürfen diesen Negativlauf seiner Mannschaft stoppen. Kurz danach lag Berlin mit 25:23. Zum letzten Mal in diesem Spiel.

Angeführt von Luigi Datome konnte sich Mailand Stück für Stück absetzen. Nicht, weil die Gäste deutlich besser waren, sondern durch zu deutliche Berliner Schwächen an diesem Abend. Johannes Thiemann hatte in den vergangenen Wochen offensichtlich zu viel Energie gelassen und erwischte einen gebrauchten Tag, Luke Sikma und Peyton Siva müssen nach überstandener Verletzung noch ihre Form finden. Alba Berlin blieb aber dennoch lange im Spiel, weil Mailand die Tür lange offen hielt und Ben Lammers (18 Zähler) sowie Jayson Granger (16) punktetechnisch dagegen hielten. Als aber auch sie im letzten Viertel ihre Treffsicherheit verloren hatten, war die dritte Euroleague-Niederlage in Folge nicht mehr zu verhindern.