Schnell entschlossen: Britt Eerland vom Tischtennis-Bundesligisten TTC Eastside.
Foto: TTC Eastside

BerlinAuch im Spitzen-Tischtennis der Frauen können sich Vertragsverhandlungen mit den besten europäischen Spielerinnen über Tage oder Wochen hinziehen. Nicht so bei der neuen Verbindung zwischen der Niederländerin Britt Eerland, 26, und dem deutschen Meister TTC Berlin Eastside. „Wir waren uns schon nach 20 Minuten einig“, verriet Berlins Manager Andreas Hain bei der Vorstellung der Mannschaft in einem Berliner Hotel. Eerland, die zu den Top 5 in Europa zählt und in der Weltrangliste auf Platz 30 platziert ist, ist die namhafteste Verpflichtung von Eastside. Sie zählt seit Jahren zur europäischen Elite.

Eerland, zu Hause in Rotterdam-Schiedam, war zuletzt bei TuS Bad Driburg unter Vertrag. Doch der Verein zog sich wegen der Corona-Krise und auftretenden finanziellen Problemen aus der Bundesliga zurück. Als dann auch noch die Olympischen Spiele abgesagt wurden, wo Eerland liebend gern gespielt hätte, war das eine sehr schwierige Situation für die ehrgeizige junge Frau. „Diese schlechten Nachrichten kamen beide innerhalb einer Woche“, sagte sie nun in Berlin, „da war das Angebot von Eastside ein Glücksfall für mich. Das hat mich sehr motiviert.“

Nun steht Eerland zusammen mit Shan Xiaona, 37, der deutschen Einzelmeisterin Nina Mittelham, 23, und der zweiten Neuverpflichtung Jessica Göbel (TV Busenbach, 38) in einem Team, dass mit hohen Erwartungen umgehen muss. Manager Hain: „Ziel müssen drei Titel sein, zuerst Meisterschaft und Pokal. Und wir wollen auch die Champions League gewinnen.“

Die Mannschaft ist wegen der Corona-Krise ganz bewusst mit deutschen und europäischen Spielerinnen zusammengesetzt worden, die keine weiten Wege zurücklegen müssen. Die gebürtige Chinesin Shan Xiaona, seit Monaten ungeschlagen, besitzt schon seit 2012 die deutsche Staatsbürgerschaft, lebt in Deutschland und spielt für die deutsche Nationalmannschaft.

Am Sonnabend eröffnet der TTC Eastside die Bundesliga-Saison mit dem Heimspiel gegen den TSV Schwabhausen (14 Uhr, Saefkow-Halle in Lichtenberg) und am Sonntag ab 10 Uhr steigt in gleicher Halle das Qualifikationsturnier für den nationalen Cupwettbewerb. Zwölf Mannschaften sind dabei. Rund 80 Zuschauer sind in der Halle erlaubt, die sich zuvor per Mail angemeldet haben.

TTC-Trainerin Irina Palina geht optimistisch in die Saison, die nach Hin-und Rückrunde mit Playoffs entschieden wird. „Wir haben nicht so große Namen wie im Vorjahr, aber ein tolles Team beisammen. Das passt!“