Berlin - Am Sonntagnachmittag um 15.35 Uhr war den Frauen vom TTC Berlin Eastside der siebte deutsche Meistertitel nicht mehr zu nehmen – obwohl in der Halle am Anton-Saefkow-Platz in Lichtenberg noch die beiden letzten Duelle gegen den „ewigen“ Rivalen, den SV DJK Kolbermoor im Gange waren. Das Reglement machte es möglich. Nach den ersten beiden Finals – 5:3 für Eastside auswärts vor einer Woche und am Sonnabend der 5:3-Erfolg für Kolbermoor in Berlin – stand es am Sonntag nach den ersten sechs Spielen 4:2 für Eastside. Kolbermoor, so stark wie nie zuvor, hätte nur noch ein 4:4-Unentschieden erreichen können. Dann zählen die Satzgewinne und Berlin lag bereits mit 16:10-Sätzen in Führung. Also genügte ein einziger Satzgewinn, um zu triumphieren. Den erreichte die 54-jährige Ding Yaping, seit Saisonbeginn in Diensten von Eastside, gegen Swetlana Ganina. Am Ende gewann die gebürtige Chinesin auch das Spiel und Eastside insgesamt das dritte Duell verdient mit 5:3.

Die Saison war für den TTC Eastside eine aufregende Berg- und Talfahrt

Alexander Teichmann, der Präsident des TTC, sagte nach einer „aufregenden Berg- und Talfahrt“: „Heute haben wir entschlossen agiert, aber es war eine sehr enge Geschichte. Den entscheidenden Impuls hat Nina Mittelham gegeben, die einen 0:2-Rückstand gegen Fu Yu in einen 3:2-Sieg drehte. Jetzt sind wir glücklich über den Titel und das Triple in dieser schweren Spielzeit mit den Erfolgen in der Champions League und im nationalen Pokal.“

Noch am Sonnabendnachmittag war die Enttäuschung groß gewesen. Bereits ein Remis im „Duell der Giganten“ des deutschen Frauen-Tischtennis hätte gereicht, um den Titel nach zwei Finals unter Dach und Fach zu bekommen. Doch am Ende stand es nach drei Stunden hochklassigen Sports mit dramatischen Duellen 5:3 für die Gäste, die damit das dritte Spiel erzwungen hatten. Kolbermoor ging mutig und entschlossen in die Spiele und die überragende Nationalspielerin Kristin Lang, einst unter ihrem Mädchennamen Silbereisen auch in Berlin aktiv, bezwang Shan Xiaona und Nina Mittelham jeweils in 3:2-Sätzen. Der TTC hatte die Nervenstärke, bislang ein Markenzeichen in dieser von Corona geprägten Saison, dieses Mal in den entscheidenden Momenten verloren.

Knapper ist ein Titel selten vergeben worden

Bereits als der TTC das erste Finalspiel in Kolbermoor vor einer Woche mit 5:3 für sich entschieden hatte und einige Beobachter den Titel schon an Berlin vergeben wollten, warnten die TTC-Verantwortlichen vor Euphorie. Denn allein drei Duelle endeten nach jeweils fünf Sätzen mit 3:2 für den TTC, wobei die Siege oft am seidenen Faden hingen. TTC-Manager Andreas Hain urteilte: „Das Spielsystem ohne Doppel ist gut für Kolbermoor und ein Nachteil für uns, da wir ja normalerweise starke Doppel besitzen. Die Entscheidung ist völlig offen.“ Er sollte recht behalten. Knapper ist selten ein Titel vergeben worden.