Britt Eerland schlägt in der kommenden Saison für den TTC Eastside auf.
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Am Sonntagabend war die Verpflichtung perfekt. Der Deutsche Tischtennismeister TTC Berlin Eastside, dem der Titel nach Abbruch der Saison wegen der Corona-Krise als souveräner Tabellenführer der Bundesliga vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) zuerkannt wurde, hat sich mit der Holländerin Britt Eerland, 26, für die neue Saison verstärkt. Die Rechtshänderin war bis vor wenigen Wochen die Nummer eins beim Liga-Zweiten TuS Bad Driburg. Doch nach 23 Jahren im Profigeschäft wurde die Mannschaft in der Liga das erste Opfer der Krise. Bad Driburg musste wegen finanzieller Probleme das Team aus der Bundesliga zurückziehen. „An einem Tag kam das Aus bei meinem Verein und für Olympia. Das war mehr als bitter“, schrieb Eerland auf Facebook. Sie befindet sich auf Rang 30 der aktuellen Weltrangliste und ist im Moment die fünftbeste Europäerin im Ranking.

An einem Tag kam das Aus bei meinem Verein und für Olympia. Das war mehr als bitter."

Britt Eerland

Die heftigen Reisebeschränkungen wegen des Virus und natürlich die unsicher gewordene wirtschaftliche Lage zwingen im Moment zu einer veränderten Personalpolitik auch beim TTC. Beim Meister will man sich notgedrungen vor allem auf deutsche Spielerinnen konzentrieren und nicht unbedingt auf Spitzenkräfte aus dem Ausland, die in den vergangenen Jahren oft das Bild der erfolgreichen Mannschaft prägten. Starke Spielerinnen wie etwa Song Ah Sim (Hongkong), Veronika Pawlowitsch (Weißrussland), Ruta Budiene (Litauen) oder Yui Hamamoto (Japan) waren in Berlin einst am Ball.

Beim "Tischtennis-Turnier der Tausende" entdeckt 

Bei der Niederländerin Britt Eerland hat der TTC nun eine Ausnahme gemacht. „Die enorme Leistungsstärke und ihre langjährige Erfahrung in der Bundesliga sprachen für ihre Verpflichtung“, sagt Präsident Alexander Teichmann, „sie spricht perfekt Deutsch und ihr Weg nach Berlin ist kurz.“

Manager Andreas Hain, der bislang sein internationales Netzwerk nutzen und oft Spitzenleute nach Berlin locken konnte, sagt: „Wir setzen neben Eerland auf deutsche Akteure. Shan Xiaona (seit 2012 mit deutschem Pass; d. Red.), Nina Mittelham und Kathrin Mühlbach bleiben bei uns, dazu haben wir schon Jessica Göbel, 38, bislang Nummer eins bei Busenbach, und die erst 22-jährige Berlinerin Vivien Scholz geholt.“ Das große Talent Scholz begann ihre Karriere beim „Tischtennis-Turnier der Tausende“ (TTT) um die Pokale der Berliner Zeitung.

Mit der Schwedin Matilda Ekholm (Karriereende), der Rumänin Bernadette Szöcs und Fu Yu, der Chinesin mit portugiesischem Pass, haben drei Ausländerinnen, die Anteil am jüngsten Meistertitel besaßen, den TTC verlassen.

Präsident Teichmann weiß: „Sponsorengespräche stehen an, auch Vertragsverlängerungen mit Partnern. Aber vieles ist unsicher. Deshalb gehen wir vorsichtig an Spielerverpflichtungen heran. Aber auch zur Rückrunde der neuen Saison sind nun Neu-Verpflichtungen möglich.“