Turbine Potsdam trennt sich von Trainer Middeke

Turbine Potsdam kommt nicht zur Ruhe. Der Tabellenletzte der Frauen-Bundesliga trennt sich von Trainer Sebastian Middeke. Wer sein Nachfolger wird, ist unkla...

ARCHIV - Trainer Sebastian Middeke von Turbine Potsdam ruft seinem Team etwas zu.  ntur GmbH/dpa
ARCHIV - Trainer Sebastian Middeke von Turbine Potsdam ruft seinem Team etwas zu. ntur GmbH/dpaAndreas Gora/Deutsche Presse-Age

Potsdam-Das Chaos bei Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam will nicht enden. Nach dem 0:5 am Sonntag im Heimspiel gegen den SC Freiburg, der fünften Niederlage in Folge, zog der Tabellenletzte personelle Konsequenzen und trennte sich von Trainer Sebastian Middeke. In Potsdam hatte man wohl kein Vertrauen mehr in den 38-jährigen Ostwestfalen, der erst im Sommer den Cheftrainerposten bei Turbine als Nachfolger von Sofian Chahed angetreten hatte.

Voraussichtlich bis zur Winterpause soll es auf der Trainerposition eine Interimslösung geben, wie der Verein am Montag mitteilte. Wer das sein wird - der Name von Co-Trainer Dirk Heinrich steht zumindest für das kommende Wochenende im Raum - will Turbine in den nächsten Tagen bekannt geben. Alt-Trainer Bernd Schröder steht dafür wohl nicht zur Verfügung. „Nein, auf keinen Fall“, sagte der 80-Jährige, der mit Turbine sechs Mal die Deutsche Meisterschaft gewann. Er werde aber bei der Trainersuche behilflich sein, sagte Schröder am Montag. Es ist die erste vorzeitige Trainertrennung bei Turbine seit 1997 während der laufenden Saison, als dem damaligen Coach Eckhard Düwiger aus finanziellen Gründen gekündigt wurde.

Nur einen Punkt beim 1:1 in Bremen zum Saisonauftakt konnte Middeke in sechs Punktspielen mit dem sich nach zahlreichen Ab- und Zugängen im Totalumbruch befindlichen Ex-Meister holen. Dazu kommt ein mühevolles Weiterkommen im Pokal nach Elfmeterschießen beim Drittligisten Viktoria Berlin.

Mit dem Wechsel auf der Trainerbank erhoffen sich die Turbine-Verantwortlichen vor dem Spiel in Essen (Sonntag, 13.00 Uhr, MagentaSport live), der Mannschaft einen neuen Impuls zu verleihen. Denn mit einem Sieg bei der ebenfalls abstiegsgefährdeten SGS (Drittletzte mit drei Punkten) könnte Potsdam zunächst das Tabellenende verlassen und das Ziel Klassenerhalt angehen. Ein Sieg an der Hafenstraße ist also Pflicht, denn die restlichen Aufgaben bis zur Winterpause gestalten sich mit Hoffenheim (aktuell Tabellenrang 5), Leverkusen (6) und Frankfurt (2) ungleich schwerer.

Auch im Verein selbst reißt die Unruhe nicht ab. Nach den Rücktritten von Präsident Rolf Kutzmutz im Sommer und Vizepräsident Uwe Reher vor wenigen Wochen traten nun auch die Vorstandsmitglieder Stefanie Draws und Gordon Engelmann aus persönlichen Gründen zurück. Am 11. November soll bei Turbine auf der Mitgliederversammlung ein neuer Präsident gewählt werden.