Aus den Boxen erklingt Hip-Hop, bekannte Gesichter der Basketballszene tummeln sich im Hangar 5 des Tempelhofer Flughafens, auf den vier Plätzen aus Beton. Streetballkultur aus den Neunzigerjahren, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Der Eindruck am vergangenen Wochenende bei dem Turnier „#shutupandplay“ täuscht. Es geht nicht mehr nur darum, gut auszusehen und zu beeindrucken. Das Spiel hat sich geändert. Elektronische Anzeigetafeln, Schiedsrichter, Wurfuhr – zwölf Sekunden hat jedes Team, um den Angriff abzuschließen. Und: Streetball heißt jetzt 3x3, 2020 in Tokio ist es erstmals olympisch. „Die Rahmenbedingungen sind der große Unterschied“, erzählt Christian Steinwerth, „organisatorisch und inhaltlich ist 3x3 ganz unterschiedlich zum Streetball.“

Der 42-Jährige ist U23-Bundestrainer der 3x3-Frauen. Steinwerth hat die Streetballkultur in den Neunzigerjahren selbst erlebt und weiß, wovon er spricht, wenn er die Turniere heute mit denen von damals vergleicht. „Streetball hat diesen Community-Gedanken, das hat sich auch auf 3x3 übertragen“, sagt Steinwerth, „beim Fünf-gegen-Fünf ist man mit seiner Mannschaft allein am Abend und sitzt nicht zusammen mit anderen Teams.“ Hauptberuflich trainiert er die Zweitliga-Frauen in Braunschweig, in der Halle. Kurioserweise speisen sich gerade in Deutschland die 3x3-Teams aus diesen Basketballteams. Nicht immer spielen die besten Basketballer des Landes auch für die 3x3-Auswahlteams.

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