Alba-Center im Anflug: Tyler Cavanaugh spielt stark gegen Bamberg auf.
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Berlin-FriedrichshainAm 20. November 2018 sollte Jordan Crawford in der Arena am Ostbahnhof offiziell vorgestellt werden. Allein, er kam nicht. Der frühere NBA-Profi hatte den Medizincheck nicht bestanden, teilte Alba Berlin damals mit. Er sei wohl positiv auf Rückstände von Drogen getestet worden, sickerte durch. Am Sonntag war der 31-jährige US-Amerikaner in der Halle, wenige Tage zuvor wurde er von Bamberg verpflichtet. Dort hatte er den Medizincheck bestanden und war in Berlin erstmals im Kader. Bei seinem Debüt erhielt er zwar schon ziemlich viele Spielanteile, war aber gerade in der zweiten Halbzeit mehr staunender Zuschauer in einem Spiel, das Alba deutlich 107:70 gewann.

Alba Berlin feiert den Pokal-Gewinn

Vor dem Anpfiff war es zeremoniell geworden: Unter den Augen der Bamberger wurde der BBL-Pokal, den sie noch im Vorjahr gegen Alba gewonnen hatten, in der Hallenmitte präsentiert und das Pokalsieger-Banner unter der Hallendecke in Szene gesetzt. Zwei Wochen nach Gewinn dieses Titels wollten die Berliner an diesem Nachmittag nun einen Sieg in der Bundesliga einfahren. Dafür wurde Johannes Thiemann nach überstandener Schulterverletzung wieder aufgeboten, Landry Nnoko pausierte, während Tyler Cavanaugh ran durfte und seinen Job hervorragend erledigte.

Mit 8:6 führte Alba nach knapp drei Minuten, alle acht Berliner Punkte hatte der US-Amerikaner erzielt. Insgesamt war die Alba-Mannschaft in der ersten Halbzeit treffsicher. Überragende zehn ihrer 14 Dreierversuche landeten im Bamberger Korb, jeweils drei davon gingen auf das Konto von Cavanaugh und Marcus Eriksson.

Crawford gefallen Berlins Körbe

Und der Fast-Berliner Jordan Crawford? Auch dem schienen die Körbe in Berlin zu gefallen: Gleich seine ersten beiden Dreier waren erfolgreich. In seinem ersten Spiel im Bamberger Trikot zeigte er, dass er nach kurzer Eingewöhnungszeit ein Faktor sein kann. Doch nach anfänglich guter Phase hatte auch er Probleme mit der zunehmenden Intensität in der Berliner Verteidigung. Als die Partie etwas hektischer wurde, behielten die Gastgeber trotzdem die Ruhe und das ruhige Händchen.

Aus dem 34:24 nach dem ersten Viertel war eine 60:45-Führung zur Pause geworden. Dreieinhalb Minuten nach dem Seitenwechsel lag Alba Berlin erstmals mit 20 Punkten (65:45) vorne. Trotz aller Verletzungssorgen verfügt der Pokalsieger von 2020 mehr Tiefe und Qualität als der Titelträger von 2019. Erst nach fast sechs Minuten erzielte Bamberg die ersten Punkte in der zweiten Halbzeit. Da war die Partie schon entschieden.

Und Jordan Crawford? Der war zwar diesmal in die Arena am Ostbahnhof gekommen, verließ sie aber nach dem Spiel wieder. Berlin und er, das scheint einfach nicht zu passen.