Jerez de la Frontera - Der neue Unioner heißt Nicolai Rapp. Der 22 Jahre alte Innenverteidiger von Erzgebirge Aue hat bei Eisernen einen Vertrag bis 2022 unterzeichnet. „Ich freue mich, dass der Wechsel geklappt hat und bin gespannt auf die neue Herausforderung. Ich habe viel Gutes über den Verein gehört und freue mich auf die anspruchsvolle Aufgabe in Berlin", sagte er. 

Der Transfer überrascht. Schließlich hat der 1. FC Union ohnehin die beste Defensive der Zweiten Liga und mit Marvin Friedrich und Florian Hübner das herausragende Abwehrduo. Trotzdem verstärken sich die Köpenicker nach dem Abgang des in dieser Saison nicht eingesetzten Innenverteidigers Christoph Schösswendter genau auf dieser Position. 

Vorgezogener Sommer-Transfer

Das ist auf den ersten Blick verwunderlich, denn Rapp ist kein Ergänzungsspieler, sondern ein echter Startelfkandidat. Wie Joshua Mees und Grischa Prömel, mit denen er 2013/2014 deutscher U19-Meister wurde, stammt er aus dem Nachwuchs der TSG Hoffenheim. Für Aue machte er in dieser Saison 15 Spiele, fehlte nur einmal gesperrt und vor Weihnachten zwei Partien wegen eines Bänderrisses im Sprunggelenk. Deshalb verpasste er den 3:0-Triumph gegen Union.  

Der gebürtige Heidelberger, der für Fürth und Aue auf insgesamt 60 Zweitligaeinsätze verweisen kann, soll nicht nur den Druck auf Hübner und Friedrich erhöhen und bereitstehen, falls einem der beiden etwas passiert. Eher fällt der 1,85 m großen Verteidiger wohl in die Kategorie vorgezogener Sommertransfer. Denn in der Branche ist es kein Geheimnis, dass Friedrich nicht nur von Augsburg zurückgeholt werden könnte per Rückkaufoption, sondern in zahlreiche Notizbücher von Bundesligascouts Eingang gefunden hat. Union baut schon mal vor. 

„Mit Nicolai Rapp konnten wir einen jungen, talentierter Spieler verpflichten, der trotz seines Alters schon viel Zweitligaerfahrung mitbringt. Wir haben seine Entwicklung schon länger beobachtet und sind überzeugt, dass er auf allen Defensivpositionen eine Verstärkung für uns sein kann“, erklärte Union-Manager Oliver Ruhnert.