Aito Garcia Reneses blieb sich auch am Ende treu. Er blieb cool. Sehr zufrieden sei er über diesen 83:75-Erfolg seiner Basketballer von Alba Berlin im Eurocup gegen Lokomotiv Kuban in Krasnodar. „In unserer derzeitigen Situation war es sehr wichtig, mit hoher Intensität zu spielen.“ Das haben sie dann auch getan. Beim Finalisten der Vorsaison und dem großen Favoriten auf den Titel in der zweiten Kontinentalliga zu gewinnen, war mehr als beachtlich. Es war eine faustdicke Überraschung.

Zumal die Berliner ohne ihren Anfüher Peyton Siva beim Team des ehemaligen Alba-Trainers Sasa Obradovic antreten mussten. In Abwesenheit des verletzten Point Guards starteten  sie stark. Wobei Stefan Peno zunächst die Hauptlast im Aufbau trug. Stark in der Defensive, mit der von Reneses eingeforderten Intensität legten sie schwungvoll los, führten nach dem ersten Vietel 25:17 und zur Pause 49:39. So weitermachen wie bisher, sprach Rokas Giedraitis in die Fernsehkamera auf dem Weg in die Kabine. Doch das Einfach-so-Weitermachen war ganz schön schwierig, wie man sich bei einem Trainer wie Obradovic denken kann, der sich mit Laschheiten nicht abfinden mag.

Obradovic lobt den Gegner

Offensichtlich von dem Serben auf lautstarke Weise in der großen Pause motiviert, gaben die Gastgeber nun für eine Weile den Ton an, schlossen auf, schickten sich an, die Wende zu erzwingen. Doch das Die-Wende-Erzwingen war ebenfalls keine Kleinigkeit, wie man sich bei einem Trainer wie Reneses denken kann. Der hatte es wieder einmal geschafft, jedem Einzelnen im Team Vertrauen und damit Selbstvertrauen zu geben. So cool wie ihr Trainer an der Seitenlinie, agierten daher auch dessen Basketballer.

Bestes Beispiel war der erst 17 Jahre alte Franz Wagner, der wichtige zwei Punkte markierte in den gut vier Minuten seiner Einsatzzeit. Wieder hätten sie als Team prima funktioniert, meinte Luke Sikma später. Er zeigte sich  seinerseits bei eben dieser Mannschaft  erkenntlich: als ihr Bester mit 18 Punkten, vier Assists und neun Rebounds, davon fünf am gegnerischen Brett.

Wieder hätten sie als Mannschaft funktioniert, sagte Luke Sikma, der sich seinerseits bei seiner Mannschaft dafür erkenntlich zeigte: als ihr Bester mit 18 Punkten, 9 Rebounds, und vier Assists.

"Sie waren in allen Belangen besser", sagte Obradovic anerkennend nach der Partie. "Alle verlorenen Bälle gehörten ihnen, sie waren bereit." Und sein Berliner Kollege Reneses bilanzierte: "Wir haben ein paar Fehler gemacht, logischerweise, aber einen guten Spirit, eine gute Offensive, eine gute Verteidigung." Ihn freue es sehr für das Team. "Das war ein sehr wichtiger Sieg für die Qualifikation zur nächsten Runde." (BLZ)