Rom - Die Auswärtstorregel in den europäischen Fußballwettbewerben steht auf der Kippe. Am Mittwoch trifft sich das Exekutivkomitee der Uefa rund um DFB-Präsident Reinhard Grindel in Rom, um über eine mögliche Änderung zu diskutieren. Jedoch geht man nicht davon aus, dass am Mittwoch ein endgültiges Urteil gefällt wird. Es rückt jedoch ein Ende der Regel näher, wie der „Kicker“ in einer Meldung berichtet.

Die Reglung beinhaltet, dass in einer K.-o.-Runde bei Torgleichheit nach Hin- und Rückspiel diejenige Mannschaft weiterkommt, die mehr Auswärtstore erzielt hat. Somit sind bis dato Auswärtstore von Mannschaften, die in der Champions League oder in der Europa League spielen, mehr wert, als geschossene Tore zuhause.

Kritik an der Regel von Fans und Trainern

Kritik an der Reglung üben nicht nur Fans, auch Trainer betroffener Teams sehen die Regel nicht mehr als zeitgemäß an. Im September vergangenen Jahres hatten sich internationale Trainer bei einer UEFA-Tagung in Nyon für eine Abschaffung der Regelauslegung stark gemacht. UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti resümierte damals: „Sie denken, dass das Erzielen von Auswärtstoren nicht mehr so schwierig ist wie in der Vergangenheit.“

Die Auswärtstorregel wurde 1965 eingeführt und ebenso auf Europapokal-Wettbewerbe übertragen, um mehr Chancengleichheit für alle teilnehmenden Mannschaften zu schaffen. Der Heimvorteil hatte damals noch mit eine größere Bedeutung als heute: Auswärtsspiele waren mit enormen Reisestrapazen verbunden, auch einheitliche Bälle gab es noch nicht.

Zukünftig soll es – nach Vision der Uefa – zu Verlängerung und gegebenenfalls zu Elfmeterschießen kommen, wenn Torgleichheit in einem entsprechenden Spiel vorliegt. Ob die Auswärtstorregel in Europapokal-Spielen wirklich bald Geschichte ist, wird sich bei den Gesprächen des Komitees am Mittwoch zeigen. (ys)