Die Europameisterschaft wird Berichten zufolge verschoben.
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BerlinDie Mächtigen des europäischen Fußballs konferierten mehrere Stunden, einer Krisensitzung folgte die nächste, ehe das Unausweichliche feststand: Die Fußball-EM 2020 findet aufgrund der Coronavirus-Pandemie erst im Sommer 2021 statt. Das paneuropäische Turnier sollte mit München als einem von zwölf Gastgebern ursprünglich in diesem Sommer ausgetragen werden - die Clubs und Ligen drängten in der weltweiten Krise aber auf die Verlegung, um selbst mehr Zeit zu gewinnen. Den endgültigen Beschluss fasste das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union am Dienstag. Inwieweit die Uefa die historische Endrunde im nächsten Jahr unter gleichen Voraussetzungen ausrichten will und kann, blieb zunächst offen. Fest steht das Datum: Gespielt werden soll vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021.

Den Ligen haben dadurch über einen Monat mehr Zeit, um die derzeit ausgesetzte Saison doch noch unter einigermaßen regulären Umständen beenden zu können. Stichtag ist dann erst der 30. Juni, an dem normalerweise auslaufende Verträge enden. Die Deutsche Fußball Liga hatte am Montag verkündet, für die verbleibenden Partien auf Geisterspiele setzen zu wollen. Ob, und wenn ja, wann der Spielbetrieb in Deutschland fortgesetzt wird, soll in der Woche ab dem 30. März entschieden werden.

Die Uefa reagiert spät auf die Pandemie

Das EM-Eröffnungsspiel war für den 12. Juni in Rom terminiert. Italien gilt als Epizentrum der Coronaviruskrise in Europa. Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 hatte die italienische Regierung am 9. März landesweite Sperr-Maßnahmen verhängt, die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifizierte die Verbreitung von Sars-CoV-2 am 11. März als Pandemie. Sechs Tage später reagierte die Uefa.

Die deutsche Nationalmannschaft hatte sich als Gruppenerster für die EM qualifiziert. Als Gegner waren der DFB-Elf Frankreich, Portugal sowie der Gewinner einer Play-off-Partie zugelost worden. Eine „Hammergruppe“ wie Bundestrainer Joachim Löw befand. Die Nationalmannschaft wollte im Sommer endgültig Wiedergutmachung leisten für die desolate Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Russland, die für den Deutschen Fußball-Bund bereits nach der Vorrunde beendet war.

Der EM-Modus mit über den gesamten Kontinent verteilten Gastgeberorten war zur Feier des EM-Jubiläums gewählt worden, vorgeschlagen vom früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini. Neben München und Rom wurden Amsterdam, Kopenhagen, Bilbao, St. Petersburg, Bukarest, Budapest, Baku, Glasgow, Dublin und London als Gastgeber ausgewählt. Die britische Hauptstadt bekam unter anderem beide Halbfinals und das Endspiel zugesprochen.

Die Uefa muss sich mit der Fifa arrangieren

Die Nationalmannschaft wollte Mitte Juni ihr Basisquartier in Herzogenaurach beziehen, etwa zwei Stunden von der Münchner Allianz Arena entfernt. Auf dem Terminplan stand zudem ein Trainingslager ab Ende Mai in Österreich. Löw hätte bis zum 2. Juni seinen endgültigen Kader bei der UEFA melden müssen, das erste deutsche Gruppenspiel gegen die Franzosen wäre am 16. Juni in München angepfiffen worden.

Das war in den vergangenen Tagen schier unvorstellbar geworden. Mehrere europäische Länder sind derzeit abgeriegelt, auch in Deutschland wurden massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Der Fußball rollt längst nicht mehr.

Durch eine Verlegung in den Sommer 2021 musste sich die Uefa mit dem Weltverband Fifa arrangieren, der die Premiere der millionenschweren Klub-WM ebenfalls verschieben wird. Bei dem Turnier, das den Termin des abgeschafften Confed-Cup einnehmen soll, sollen künftig 24 Vereinsmannschaften im Vier-Jahres-Rhythmus antreten. Über den genauen Zeitpunkt wird noch beraten. Fifa-Präsident Gianni Infantino sagte: "Zusammenarbeit, gegenseitiger Respekt und Verständnis müssen die Leitprinzipien sein, die alle Entscheidungsträger in diesem entscheidenden Moment berücksichtigen müssen.“

Die Uefa muss zudem wohl das eigene Final Four der Nations League verschieben, das im Juni stattfinden soll. Im Sommer 2021 sollte zudem die Frauen-EM in England stattfinden, in Kürze soll ein Alternativtermin dafür bekanntgegeben.