Ukrainischer Fecht-Coach lädt ein: Trainingslager in Charkiw

Nach dem Pro-Russland-Beschluss des Fecht-Weltverbandes hat der ukrainische Junioren-Nationaltrainer Oleh Sokolow alle Befürworter der Entscheidung in seine ...

ARCHIV - Viele Gebäude in Charkiw wurden durch russische Raketen zerstört.
ARCHIV - Viele Gebäude in Charkiw wurden durch russische Raketen zerstört.Andrii Marienko/AP/dpa

Berlin-Nach dem Pro-Russland-Beschluss des Fecht-Weltverbandes hat der ukrainische Junioren-Nationaltrainer Oleh Sokolow alle Befürworter der Entscheidung in seine Heimatstadt Charkiw eingeladen.

„Ich schlage vor, ein Trainingslager im Sport- und Fitnesszentrum "Unifect" abzuhalten, das am 5. März 2022 von einem russischen Flugzeug zerstört wurde“, sagte der 38-Jährige. 

Auch die Coaching-Kurse, die vom Weltverband Fie im April geplant seien, könnten dort stattfinden. „Wir werden die Trainer gerne willkommen heißen, von denen die meisten aus denselben Verbänden stammen, die die Abstimmung unterstützt haben. Lassen Sie sie drei Monate lang die Nähe dieses unsäglichen Nachbarn spüren. Vielleicht ändert sich dann etwas...?“

Am vergangenen Freitag hatte der Fecht-Weltverband entschieden, dass Fechterinnen und Fechter aus Russland und Belarus an der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 teilnehmen dürfen. 33 Prozent der Nationen hatten sich weiterhin für ein Startverbot der Russen und Belarussen bei internationalen Wettkämpfen ausgesprochen.

Weltcup nicht in Tauberbischofsheim

Der deutsche Fechterbund (DFeB) hatte daraufhin den für den Anfang Mai in Tauberbischofsheim geplanten Weltcup im Damenflorett zurückgegeben. Es wäre einer der ersten Weltcups gewesen, bei dem die Fie-Entscheidung hätte umgesetzt werden müssen. 

Gut ein Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs ist die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw von Angriffen gezeichnet. „Heute leben etwa 1,1 Millionen Menschen in Charkiw, das sind halb so viele wie vor dem Krieg“, sagte Bürgermeister Ihor Terechow mit Verweis auf zahlreiche Geflohene. Rund 150.000 Einwohner seien aufgrund ständigen Beschusses obdachlos.