Daniel Haas:
Der neue Torwarttrainer Dennis Rudel schult in den Übungseinheiten die Reflexe mit Rampen, die Schüsse unberechenbar ablenken. Das zahlte sich aus. Haas bewahrte das Team in der 42. Minute mit einer blitzschnellen Bewegung vor dem 1:1. In der Halbzeit gab es dann trotzdem eine Besprechung mit Rudel. Die Abschläge streuten noch sehr – manchmal ins Aus. Dass, direkt nach dem Seitenwechsel der vorher verhinderte Ausgleich fiel, kann ihm nicht angekreidet werden (50.). Zwei Minuten später offenbarte er Spurtqualitäten und rette weit vor dem Strafraum.

Fabian Schönheim:
Kehrte nach zwei Spielen Pause in die Startelf zurück. Zunächst links in der Viererabwehrkette, nach der Auswechslung von Puncec in der Innenverteidigung. Kämpfte auf beiden Positionen energischen und meist erfolgreich. 77 Prozent gewonnene Zweikämpfe waren der Tagesbestwert. Seinen Eckball verwandelte Parensen zur zweiten Führung. Mit viel Ballbesitz, aus dem allerdings nicht nur Gutes entsprang. Viele Fehlpässe.

Toni Leistner:
Hat sich anscheinend bei den Trainingsübungen der Keeper abgeschaut, wie eine Prallwand funktioniert. Insbesondere in der ersten Spielhälfte ploppte fast jeder Fürther Vorstoß von ihm zurück ins Mittelfeld. War auch ebenso schnell auf den Beinen wie Haas und zerstörte die Räume, in denen sich die Fürther den Ball zuspielen wollten. In Hälfte zwei etwas unsicherer. Insgesamt mit zu vielen Fehlern im Spielaufbau.

Roberto Puncec:
Kehrte wie Schönheim in die Anfangsformation zurück. Begann konzentriert, ab der 20. Minute häuften sich aber die Wackler. Mal war die Kopfballabwehr zu kurz, mal der Abstand zu Gegner zu groß. Am größten war er in der 50. Minute, als er Freis den Weg zum 1:1 nicht verschloss. Zwei Minuten später gegen Stiepermann zu langsam, Haas kam zu Hilfe. Nach einer Stunde löst ihn Kopplin ab.

Christopher Trimmel:
Stabil auf der rechten Abwehrseite und im Spiel nach vorne aktiv. Sein Kopfball in der 21. Minute war jedoch zu kraftlos, um erstmals ein Tor für Union zu bejubeln.

Michael Parensen:
Rückte im Vergleich zur Partie gegen Aalen aus der Abwehrreihe wieder ins defensive Mittelfeld. Räumte dort ordentlich auf und belohnte sich anders als Trimmel mit einem Treffer. Nicht der erste für Union, aber der erste seit langer Zeit. Hatte zuletzt am 1. März 2013 gegen Aue getroffen. Verstand sich danach genauso gut darauf die Begeisterung der Gratulanten zu bremsen, wie zuvor die Angriffe von Fürth. „Es war nicht mit der Hacke“, sagte er. „Sondern mit der Pike.“ Spielte zudem per Kopf den Pass, der zum führungsbringenden Einwurf führte.

Damir Kreilach:
Wenn es brenzlig wurde, war er oft zur Stelle, um die Situation zu bereinigen. Notfalls per Foul, wie bereits in der 3. Minute, als er nach einem Vorbeirutscher von Puncec nur noch die Beine des Gegners anvisieren konnte. Energisch und mit der Kopfballvorlage zum 1:0. Der eine oder andere unnötige Abspielfehler war dabei.

Christopher Quiring:
Noch einer, der in die Startelf zurückkehrte. Läuferisch wie immer mit Bestnote. Nach seiner Gelben Karte in der 84. Minute ging der Coach auf Nummer sich und ersetzte ihn auf Rechtsaußen durch Valmir Sulejmani (89.).

Maximilian Thiel:
Von allen Rückkehrern der Umjubelste, weil er erstens am längsten und schmerzlichsten vermisst worden war. Und weil er zweitens mit einem der ersten Ballkontakte die Führung erzielte. Im Strafraum beim 1:0 (8.) kompromisslos, als sei er nie weggewesen. Die fehlende Spielpraxis nach einer dreimonatigen Verletzungspause zeigte sich nur in manch Fehlpass. Nach einer Stunde schwanden dem Linksaußen verständlicherweise die Kräfte. Steven Skrzybski kam in die Partie.

Martin Kobylanski:
Der fünfte Neue in der Startformation im Vergleich zur Vorwoche. Übernahm für den während der Woche angeschlagenen Skrzybski. Mindestens genauso mutig wie Thiel, mit Ausnahme der 31. Minute jedoch nicht in einer ähnlich guten Schussposition. Seine Versuche aus der Distanz verfehlten ihr Ziel. Viele Aktionen am Ball belegten sein Bemühen. Anders als bei Thiel fehlen die deutlichen Signale von Union, dass nach der Saison aus dem Leihspieler ein echter Eiserner werden soll.

Sebastian Polter:
Der am vergangenen Wochenende gekonnt von Skrzybski herausgeholte Elfmeter ändert nichts daran, dass Polter der geschickteste und beste Gefahrenauslöser von Union ist. Seinem Einsatz war es zu verdanken, dass es in der 7. Minute Einwurf gab und in der 79. Minute Ecke. Dass der Angreifer in der zweiten Szene eher einen anderen Pfiff erwartet hatte (Polter: „Elfmeter ja, Ecke nein“), tat nichts zur Sache. Aus beiden Situationen resultierte ein Tor. Dass sein resolutes Durchgreifen im Mittelfeld in der 31. Minute nicht ebenfalls belohnt wurde, hatte mit der mangelnden Kompromisslosigkeit von Kobylanski zu tun.

Steven Skrzybski:
Agil und mit der Power, die Thiel nach einer Stunde Spielzeit fehlte.

Björn Kopplin:
Kam für Puncec (60.) und überzeugte durch gutes Stellungspiel, mit dem er ein paar Konter unterbinden konnte. Den späten Ausgleich konnte er nicht verhindern. Wurtz war im Kopfballduell stärker.