Magdeburg - Es war ein Spiel, das bei den Spielern, Verantwortlichen und Fans des 1. FC Union gemischte Gefühle hevorgerufen hat. Die Serie mit nunmehr 16 Spielen ohne Niederlage gerettet, das schon, aber eben auch im Fernduell um den Aufstieg mit dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV zwei Punkte verloren. Oder eben so: Den Kampf auf schwer bespielbarem Rasen nach etwas Verzögerung angenommen, das schon, aber eben nicht die Qualitätsunterschiede so richtig herausgearbeitet.

1:1 stand es nach 90 Minuten Fußballarbeit in Magdeburg jedenfalls, nach Toren von Christian Beck  und Akaki Gogia.  In einer ersten Reaktion erklärte Unions Sebastian Polter: „Wir haben einen Punkt, hätten gerne drei mitgenommen. Aber immerhin: Wir bleiben ungeschlagen.“

Hübner hält dagegen

Es war im Vorlauf der Partie ja ausschweifend   darüber spekuliert worden, wer bei Union dieses Mal als Mittelstürmer zum Einsatz kommen würde. Der soeben zitierte Polter, der sich seit Wochen in prächtiger Form präsentiert, oder eben Sebastian Andersson, der von Trainer Urs Fischer am vergangenen Wochenende doch etwas überraschend den Vorzug erhalten und beim 3:1 gegen Darmstadt gleich doppelt getroffen hatte. Die Antwort auf die dringliche Frage lautete  für den  Sonntagnachmittag: Andersson.

Im Mittelpunkt standen in der Magdeburger Arena aufseiten der Eisernen aber   zunächst andere. Nämlich die Abwehrspieler, wobei Florian Hübner als Führungskraft in Erscheinung trat. Hellwach war der 27-Jährige, als Felix Lohkemper in der dritten Minute am Kollegen Marvin Friedrich vorbei in den Strafraum eindrang und einen gefährlichen Ball vor Union-Tor servierte, Hübner aber mit Befreiungsschlag dazwischenfunkte. Geschickt im Zweikampf war der eiserne Abwehrchef, als er wenig später Philip Türpitz nicht nur beim Torschuss blockte, sondern sogar noch einen drohenden Eckstoß verhinderte.

Es war jedenfalls offensichtlich, dass die Magdeburger  bei der Bespielung des seifigen Untergrunds von der ersten Minute an eine klare Idee verfolgten. Ohne Umschweife nach vorne, langlang statt kleinkein, lautete die Handlungsmaxime der Bördestädter, während  Fischer Team das Geschehen einfach nicht so recht in den Griff bekommen wollte.

Zulj trifft die Querlatte

Es gab zwar zwei aussichtsreiche Chancen, die eine durch Suleiman Abdullahi, der  in der 22. Minute schon Keeper  Alexander Brunst umkurvt hatte, aber vom  mitgelaufenen  Abwehrmann Steffen Schäfer noch abgeblockt werden konnte, die andere durch den ansonsten ziemlich wirkungslosen Robert Zulj, der mit seinen Lupfern zunächst an Brunst, im Nachschuss auch noch an der Querlatte scheiterte, letztlich war aber nicht zu übersehen, dass die stärkste Abwehr der Liga nicht ihren stärksten Tag erwischt hatte.

Hübner beispielsweise holte sich bei einer Grätsche gegen Türpitz seine fünfte Gelbe Karte ab, wird deshalb gegen den VfL Bochum fehlen. Und Friedrich sah sich wiederholt in unheilvolle Laufduelle verwickelt. Erstaunlich dabei, dass er in der 39. Minute noch nicht mal mit Christian Beck Schritt halten konnte. Magdeburgs Identifikationsfigur, von Rico Preißinger auf die Reise geschickt, setzte sich von Friedrich ab und bezwang Keeper Rafa Gikiewicz auf gekonnte Art und Weise.

Gogia glänzt mit Technik

Weil Fischer das alles nicht gefiel, schickte er  zu Beginn der zweiten Hälfte zunächst Akaki Gogia aufs Feld, nach einer Stunde auch noch Polter. Für Letztgenannten musste  allerdings  nicht Andersson, sondern Felix Kroos weichen, der als Ersatz des verletzten Grischa Prömel seinen Stammspieleranspruch nicht untermauern konnte.

Und siehe da: Während bei den Gastgebern die Kräfte schwanden, kam Union endlich in Fahrt. Und endlich auch ein bisschen zumindest ins Spielen: In der 65. Minute beispielsweise passte der zuvor in zäher Mittelfeldarbeit gebundene Manuel Schmiedebach flugs auf Andersson, der sofort Gogias Absicht erkannte und den Kollegen den Ball  mit dem richtigen Timing in den Fuß spielte. Gogias formidable Technik kam zum Tragen, auf die perfekte Ballmitnahme ließ der 26-Jährige den perfekten Abschluss mit dem rechten Fuß folgen, der Ausgleich war geschafft.

Mehr als das wäre an diesem Nachmittag  übrigens nicht verdient gewesen. Vor allem in Anbetracht der Möglichkeiten durch Dennis Erdmann und Beck (76. und 90.), bei denen nur Zentimeter zum Magdeburger Glück fehlten.