Union-Stürmer Anthony Ujah jubelt über sein Tor zum 1:0.
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Berlin-KöpenickDass sein Abschied emotional werden würde, hatte Fabian Voss vor dem Spiel seines 1. FC Union gegen Borussia Mönchengladbach sicher erwartet. Doch als sogar Kumpel und Ex-Unioner Damir Kreilach, extra aus Salt Lake City angereist, in der Halbzeitpause den Rasen betrat, um den scheidenden Vorsänger der „Waldseite“, der Tribüne, auf der die fanatischsten Unioner stehen, nach 13 Jahren auf dem Podest zu verabschieden und sich das ganze Stadion zum Abschiedsapplaus erhob, flossen bei „Vossi“ dann sogar ein paar Tränen. Die „Legende“, wie ihn Kreilach betitelte, hätte sich freilich kaum ein besseres Spiel für sein Adieu aussuchen können, als das 2:0 (1:0) seiner Eisernen gegen den Tabellenführer. Die Hausherren lieferten sich mit der starken Mannschaft von Trainer Marco Rose ein Spiel auf Augenhöhe gewannen, angepeitscht vom Stadion An der Alten Försterei, absolut verdient durch Tore von Anthony Ujah (15.) und Sebastian Andersson (90.).

Die Köpenicker begannen, wie üblich, mit Veränderungen in der Startelf. Statt des gesperrten Robert Andrich sicherte Felix Kroos das Mittelfeld ab. Anthony Ujah rückte, trotz eines schwachen Testauftritts beim 3:0 gegen Holstein Kiel, überraschend für Sebastian Polter in die Anfangsformation.

Dass Unions Trainer Urs Fischer mit seinen Rotationen einen Matchplan verfolgt, der für gewöhnlich auch aufgeht, ist in dieser ersten Bundesligasaison der Eisernen genauso die Regel, wie ein pyrotechnisch brennender Gästeblock im Stadion An der Alten Försterei. So gab Abwehrchef Marvin Friedrich nach vier Minuten aus der Tiefe den ersten Warnschuss auf das Tor von Gladbachs Trainer Yann Sommer ab, das zu diesem Zeitpunkt noch in grau-schwarzen Rauchtopf-Nebel gehüllt war.

Überhaupt gab Union schon in den ersten Minuten gegen den Tabellenführer den Ton an, hatte aber nach 12 Minuten Glück, dass der Kopfball von Alassane Plea nur neben Keeper Rafal Gikiewicz an den Pfosten klatschte.

Ujah jubelt mit Konkurrent Polter

Selbst machten es die Köpenicker drei Minuten später besser: Marcus Ingvartsen bediente den sträflich freistehenden Anthony Ujah, der gänzlich unbedrängt einköpfen durfte. Ujah, natürlich! Der Rotationsgewinner sorgte beim Jubel für eine weitere echte Gänsehautgeste, als er seine Mitspieler in der Jubeltraube zurückließ, zur Bank sprintete und mit Konkurrent Sebastian Polter feierte, dem er ja eigentlich den Startelfplatz „weggenommen“ hatte.

In der 21. Minute hätte Ingvartsen, der ohnehin einer der auffälligsten Unioner auf dem Rasen war, beinahe auf 2:0 erhöht, traf aber nur das Gehäuse. Und der Tabellenführer? Erpresste sich in der 38. Minute im Mittelfeld durch Denis Zakaria den Ball, der Plea optimal anspielte. Doch der Franzose scheiterte am bravourös herauslaufenden Gikiewicz, sodass es mit der 1:0-Führung für Union in die eingangs erwähnte emotionale Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Mannschaften weiter ein offenes Spiel auf Augenhöhe, in dem Mönchengladbach jedoch zu wenig dafür tat, die Führung der Eisernen auszugleichen. Stattdessen drängte Union die Gäste immer wieder mit giftigen Kontern an den eigenen Strafraum zurück. Sebastian Andersson durfte in der letzten Minute schließlich den Schlusspunkt zum 2:0 setzen (90.).