Es war bestimmt kein Zufall, dass der 1. FC Union Berlin am Sonntagmittag über ein bei YouTube eingestelltes Video über die neuesten Entwicklungen beim Ausbau des Stadions An der Alten Försterei berichtete. Während sich im Westen der Stadt der Lokalrivale bei einer turbulenten Mitgliederversammlung bei einem Neuanfang mühsam um einen ersten Schritt bemühte, war von Union-Präsident Dirk Zingler jedenfalls zu erfahren, dass man bei den Vorbereitungen des ambitionierten Projekts auf der Zielgeraden sei und es keine wesentlichen offenen Fragen mehr gebe. 2023, also wie geplant, solle mit dem Bau begonnen werden, Zingler bezeichnete dies als den letzten Schritt zum „wirklich Erwachsenwerden“.

Womöglich noch viel öfter zu Gast im Olympiastadion

Schöne Grüße also von Köpenick quer durch die Stadt nach Charlottenburg, wo man infolge eines Streits um die Macht zwischen dem Präsidenten und dem Investor sowie infolge einer sportlichen Talfahrt mal wieder den Traum von einem eigenen Stadion aus dem Blick verloren hat. Wo man sich darauf einstellen muss, dass der ungeliebte Konkurrent aus dem Osten der Stadt in den kommenden Jahren nicht nur bei Europapokalspielen, sondern womöglich auch im normalen Ligabetrieb des Öfteren das Olympiastadion bespielen wird.

Denn während der Bauarbeiten braucht Union nun mal eine alternative Spielstätte zur Alten Försterei, die in der Phase wohl über mehrere Monate hinweg gerade mal ein Fassungsvermögen von 10.000 bis 12.000 Zuschauern haben dürfte. Und in Anbetracht der stetig steigenden Mitgliederzahl bei den Eisernen sowie der finanziellen Notwendigkeiten gibt es dahingehend in Berlin nur eine Option für Union.

Inzwischen wird das Olympiastadion von den Eisernen Fans ja nicht mehr nur als Arena der anderen angesehen, sondern als ein Ort, an dem es sich zum Ärger der anderen ganz gut größere Fußballfeste feiern lässt.