Felix Kroos ist trotz überschaubarer Einsatzzeiten guter Dinge.
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Berlin-KöpenickEs muss aber schnell gehen. Denn um halb eins gibts bei uns Mittag“, sagt Felix Kroos, kurz nachdem er im Anschluss der Vormittagseinheit in den Pressekonferenzraum des 1. FC Union zur Medienrunde erscheint. Der 28 Jahre alte Fußballprofi, eigentlich für seinen trockenen Humor und seine umgängliche Art bekannt, ist kurz angebunden. Und besser drauf war er auch schon mal. „Natürlich will ich mehr spielen, mit der Anzahl der Einsätze bin ich nicht zufrieden“, sagt er mit ernster Miene. Auf gerade Mal vier Kurzeinsätze kommt Unions früherer Kapitän in der laufenden Saison. Die Bilanz: Zehn Minuten gegen Dortmund, 13 gegen Freiburg, 60 gegen Bayern und 14 gegen Mainz. Trotz der Reservistenrolle steht der gebürtige Greifswalder aber voll hinter seiner Mannschaft. „Es bringt nichts, wenn ich hier mit schlechter Laune rumlaufe. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass wir erfolgreich sind. Ich will in der zweiten Reihe vorangehen und die Jungs mitziehen.“ Außerdem lasse er nicht mehr zu, „dass der Fußball mich unglücklich macht.“

Test gegen Kiel als Chance

Das war durchaus schon mal anders. 2012/2013 etwa durchlebte der Mittelfeldspieler seine bislang schwierigeste Karrierephase, als er bei Werder Bremen für nahezu ein ganzes Jahr ins Regionalliga-Team degradiert wurde. „Das einzige Angebot, das ich damals hatte“, blickt er zurück, „war vom FSV Frankfurt.“ Mittlerweile sei er erfahrener und könne mit solchen Situationen besser umgehen. „Ich musste aber erst lernen, den Fußball nicht mit nach Hause zu nehmen.“ Privat geben ihm Ehefrau Lisa und sein Golden Retriever Barney den nötigen Rückhalt.

Im Sommer verlängerte der Bruder des Real-Madrid-Profis Toni Kroos, 29, seinen Vertrag mit den Eisernen um ein weiteres Jahr. Das bereut er keineswegs. „Ich bin hier glücklich seit Tag eins. Es ist etwas Großes, mit Union in der Bundesliga zu spielen. Daran habe ich dreieinhalb Jahre mitgearbeitet. Jedes Spiel mit dem Verein ist mehr für mich wert, als in einem anderen Bundesligaverein Stamm zu spielen.“ Er werde seinen Vertrag deshalb „zu 99,9 Prozent erfüllen“.

Heute Abend testen die Köpenicker An der Alten Försterei gegen Zweitligist Holstein Kiel (17.30 Uhr) – und Kroos darf wertvolle Spielzeit sammeln. „Du kannst so viel trainieren, wie du willst. Aber Spielzeit in die Beine zu bekommen, das ist das Wichtigste.“