Es soll eine rauschende Geburtstagsparty werden - wenn möglich mit drei Punkten für die SG Dynamo Dresden garniert. So zumindest lautet der Wunsch der Sachsen für das Ostderby bei Union Berlin.

Ausschreitungen könnten jedoch das Spiel überschatten.

Die speziellen Geburtstags-Trikots hat der Zeugwart schon längst fertig. 60 Jahre wird die SG Dynamo Dresden an diesem Freitag. Passend zum Feiertag werden die Spieler der Sachsen im brisanten Ostderby der 2. Fußball-Bundesliga beim 1. FC Union Berlin (18.00 Uhr) in gestreiften Retro-Shirts auflaufen.

Natürlich in Schwarz und Gelb - den Vereinsfarben des Traditionsvereins. Ob es im Stadion «An der Alten Försterei» eine rauschende Party gibt, hängt nicht zuletzt von beiden Fan-Lagern ab. Angst vor Ausschreitungen begleiten die Partie, die unter der höchsten Sicherheitsstufe steht.

Zehn Shuttle-Busse für Dresden-Fans

Beide Clubs versuchten im Vorfeld alles, um möglichen Krawalle rund um die Arena in Köpenick vorzubeugen. Union charterte beispielsweise für die über 2000 Anhänger der Sachsen unter den 21 410 Zuschauern im ausverkauften Stadion zehn Shuttle-Busse. In diesen werden die Dynamo-Fans vom S-Bahnhof Spindlersfeld in Berlin, wo ein Sonderzug mit 800 Dresdner Anhänger ankommt, direkt zum Stadion gebracht. «Damit wird die Verkehrssituation für alle erleichtert», sagte Union-Sprecher Christian Arbeit.

Doch dabei geht es nicht nur um den Verkehrsfluss. Vor allem soll verhindert werden, dass beide Fan-Lager aufeinandertreffen und es zu Prügeleien vor oder nach dem Hochsicherheitsspiel kommt. Die Polizei wird mit mehreren hundert Kräften im Einsatz sein. Zudem herrscht im Union-Stadion striktes Alkoholverbot.

Ob das Großaufgebot an Sicherheitskräften dazu beiträgt, dass Eskalationen vermieden werden - das bleibt abzuwarten. Es liegt vor allem in den Händen der Anhänger beider Vereine für ein friedliches Fußballfest zu sorgen.

Dresden setzt auf Kommunikation mit Fans

Zuletzt hatten Dynamo-Fans beim Auswärtsspiel in Kaiserslautern Anfang Februar für schwere Krawalle vor und nach dem Spiel gesorgt. Der Verein reagierte: Bei drei Auswärtspartien wollten die Sachsen auf ihre Fans verzichten - darunter die Begegnung bei Union Berlin.

Diese Restriktionen nahm der Club allerdings wieder zurück. Vielmehr setzten die Dresdner auf Kommunikation mit der eigenen Anhängerschaft. Zusammen wurden Verhaltens-Richtlinien erarbeitet.

«Gremien und Mitarbeiter des Vereins erkennen in den genannten Punkten eine erste Richtlinie für das künftige Verhalten unserer Fans nicht nur bei den Auswärtsspielen», sagte Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller in der «Berliner Morgenpost» (Donnerstag): «Allerdings sollten beide Seiten – Fans und Verein – die Erarbeitung dieser Punkte nicht voreilig als Erfolg verbuchen.»

In diesem Verhaltenskodex ist unter anderem verankert, dass Dynamo-Fans selbstregulierende Maßnahmen stärker betreiben und bis Saisonende keine Pyrotechnik im Stadion gezündet wird. Zudem werden Karten für Auswärtsspiele nur noch an Vereinsmitglieder verkauft.

Dynamo versprach im Gegensatz, seine Fanarbeit ausbauen zu wollen. «Der Verein wird die an ihn gerichteten Forderungen ernst nehmen und vertraut darauf, dass die Fans umgekehrt ebenso verlässlich handeln werden», meinte Müller. Eine Bewährungsprobe hierfür ist die Party zum 60. Vereinsgeburtstag mit dem Gastspiel bei Union Berlin. (dpa)