Berlin - Es sollte ein Fußballfest werden, das erste Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC. Doch einige Chaoten hatten anderes im Sinne. Und am Ende mussten sich die Spieler der siegreichen Eisernen sogar körperlich wehren.

Doch der Reihe nach. Der historische Spieltag begann zunächst ruhig. Unzählige Hertha-Fans versammelten sich am Boxhagener Platz in Friedrichshain, marschierten später lautstark und friedlich zum Bahnhof Warschauer Straße und machten dabei bessere Werbung für ihren Klub, als jede Marketing-Kampagne.

Auch auf dem Weg vom Bahnhof Wuhlheide zum Stadion blieben die Gäste friedlich, zündeten lediglich einige Bengalos im Freien, ließen sich aber weder auf Scharmützel mit der Polizei, noch mit Heimfans ein.

Diese wiederum marschierten nicht weniger friedlich vom Bahnhof Köpenick zum Stadion. Manche Unioner stürmten dann jedoch, völlig ungewohnt, die Eingänge zur Waldseite. Später sollte sich zeigen, warum.

Denn hatten die Unioner zu Spielbeginn noch mit einer tollen Choreographie aufgewartet, brannte zum Anpfiff der zweiten Hälfte die komplette Waldseite lichterloh. Ebenso, wie der Gästeblock. Denn auch die Hertha-Fans legten nun jegliche gute Manieren ab und schossen sogar Leuchtspurraketen auf das Feld der Försterei. Eine Rakete schlug dabei nur einen knappen Meter neben der Bank der Unioner Spieler und Funktionäre ein.

Schiedsrichter Deniz Aytekin schickte beide Teams zurecht für knapp zehn Minuten in die Kabine. Doch gegen die Szenen nach Schlusspfiff konnte auch er nichts mehr ausrichten. Denn statt den Derbysieg zu feiern, kletterten manche Unioner vermummt über den Zaun aufs Spielfeld und wollten zum Gästeblock stürmen.

Unglaublich: Die Köpenicker Spieler (!), die soeben mit allen Kräften den Sieg für ihre Fans errungen hatten, mussten selbst einschreiten, und die eigenen Fans zurückdrängen. Vor allem Keeper Rafal Gikiewicz zeigte ganzen Körpereinsatz und fing sich von einem Chaoten beinahe noch eine ein. Was sollen das für Fans sein?

Zum Glück passierte nicht mehr, sodass diese Szenen am Ende nur eine Fußnote eines ansonsten historischen Abends für den 1. FC Union sein dürfte.