Der 1. FC Union war schon immer ein Arbeiterverein, und in der Alten Försterei wird am Ende Kampf und ehrlicher Fußball immer belohnt. Beim 2:2 (1:0) der Eisernen gegen den MSV Duisburg galt das allerdings für beide Teams.Unions Trainer Urs Fischer sagte hinterher: „Ich bin zufrieden, weil wir lange die richtige Einstellung gezeigt haben. Trotzdem muss man eher sagen, dass wir heute zwei Punkte verloren haben.“

Mehr Kreativität und Durchschlagskraft im Angriff hatte sich das Team von Trainer Urs Fischer gegen das Tabellenschlusslicht vorgenommen. Diese Zielstellung ließ sich bereits an der Aufstellung ablesen. Fischer verzichtete auf die quirligen Simon Hedlund und Kenny Prince Redondo, vertraute stattdessen ganz auf das Spielverständnis von Marcel Hartel und Akaki Gogia, der bei früheren Vereinen einst auch als Spielmacher aufgelaufen war. Leihspieler Robert Zulj musste ebenfalls auf der Bank Platz nehmen, seine Position nahm Felix Kroos ein, der nach seiner Nominierung zum Fußballspruch des Jahres unter der Woche nun auch wieder auf dem Feld für Schlagzeilen sorgen wollte.

Die Partie begann allerdings nicht stürmisch, was vor allem daran lag, dass sich die Gäste zu zwei dichten Abwehrriegeln zurückzogen und die Eisernen vor dieselbe Aufgabe stellten, die schon in Sandhausen gefordert war: Das Spiel bestimmen und einen Weg durch den dichten Defensivnebel finden. Fischer hatte beobachtet: „Offensiv waren wir weitaus besser als zuletzt.“

Erstmals gelang das nach neun Minuten, als Christopher Trimmel und Gogia den Duisburger Kevin Wolze zum Schweinchen in der Mitte verdammten und der Außenverteidiger Gogia schließlich mit einem Sahnepass in Szene setzte. Die nachfolgende Flanke verunglückte aber noch etwas.

Für Union Berlin trifft Akaki Gogia sehenswert zum 1:0

In der 27. Minute wurde Gogia erstmals richtig gefährlich. Er nahm einen langen Ball von Grischa Prömel im Stile eines Championsleague-Stars mit, zog dann nach innen und kam auch zum Abschluss, der jedoch abgefälscht wurde und an Kraft verlor. Und doch: Gogia schien das neuerliche Vertrauen Fischers, ihn wieder als Stammspieler aufzubieten, mit Nachdruck zurückzahlen zu wollen. Ein Zuspiel von Manuel Schmiedebach nahm der flinke Dribbler erneut glanzvoll an, ging dann ins Laufduell, wurde aber schließlich gelegt. Er ließ jedoch nicht locker und kam schließlich zum Erfolg. Auch in der 44. Minute von Kroos nach einem Ballgewinn schön in Szene gesetzt, zog der 26-Jährige auf seinen starken linken Fuß und eiskalt ab. Keine Chance für den ehemaligen Unioner Daniel Mesenhöler im Tor – die 1:0-Halbzeitführung für die Eisernen.

Nach dem Seitenwechsel war zu merken, dass die Hausherren gerne schnell einen frühen Schlusspunkt gesetzt hätten. Erst setzte sich Hartel auf dem linken Flügel durch, spielte Stürmer Sebastian Andersson an, der den Ball jedoch auf Mesenhöler setzte. Nicht mal eine Minute später war es wieder Gogia, der Andersson anspielte, diesmal nahm der Schwede aber seine Hand zu Hilfe.

Von den Gästen, denen noch kein Ligator gelungen war, war bis dato offensiv nichts zu sehen. Erst in der 57. Minute war es Boris Tashchy, der Rafal Gikiewicz im Tor der Eisernen mit einem knappen Schüsschen prüfte, fünf Minuten später zog Fabian Schnellhardt mal aus der Tiefe ab. Beide Male hatte der Pole keine Probleme. Doch auch die Duisburger hatten bei all der Misere das Kämpfen nicht verlernt und zwangen die Eisernen in der Folge immer wieder an den eigenen Strafraumrand. In der 77. Minute wurde das, zuungunsten der Köpenicker, belohnt: Nach mehreren abgefälschten Schussversuchen bekam Union den Ball nicht aus dem Strafraum, Cauly zeigte ein gutes Auge und vollendete unhaltbar ins rechte Eck.

Hektische Schlussphase 

Manchmal reicht so ein Tor, um einen Bann zu brechen – und der Bann der geschundenen Zebras brach, vorerst: In der 84. Minute kam der eingewechselte Richard Sukuta-Pasu den Ball und traf zum 1:2. Die Eisernen reagierten geschockt, rappelten sich aber auf und begannen wieder zu kämpfen. Nach einem Clinch mit Rudelbildung zwischen Sukuta-Pasu und Florian Hübner gab es Freistoß für Union. Gikiewiczs langer Ball wurde weitergegeben und zum Ausgleich eingeköpft. Torschütze: Florian Hübner (90.)!

So blieb für beide Teams die Erkenntnis: Kampf und Arbeit bringen in Köpenick die Punkte. Auch wenn sich manch einer mehr erhofft hatte. Grischa Prömel etwa, der sagte: „Die zwei Gegentore sind ärgerlich, wir hätten gerne mehr mitgenommen.“