Hoch das Bein: Die Reservisten Sebastian Polter (vorne) und Florian Hübner spielen heute gegen Dresden.
Foto: Matthias Koch

BerlinSpätestens jetzt, nach sieben Bundesligaspielen, kann man behaupten: Urs Fischer hat seine Stammformation beim 1. FC Union gefunden. In Torwart Rafal Gikiewciz, Kapitän Christopher Trimmel, den Mittelfeldspielern Sheraldo Becker, Robert Andrich und Marius Bülter sowie Stürmer Sebastian Andersson hat der Schweizer Fußballtrainer gleich sechs Spieler in allen Partien eingesetzt. Anthony Ujah, Christian Gentner, Christopher Lenz, Marvin Friedrich (alle sechs Einsätze) und Neven Subotic (fünf) zählen ebenfalls zum Stamm.

„Bei uns ist niemand außen vor“, sagte Fischer bereits vor einigen Tagen höchst diplomatisch, schlussendlich habe jeder die Möglichkeit, durch gute Leistungen in den Kader oder gar in die Startformation zu rutschen. Aber freilich, führte der 53-Jährige weiter aus, habe man sich ein wenig eingespielt.

Im Testspiel gegen Zweitligist Dynamo Dresden, das am Donnerstag um 14 Uhr in der Alten Försterei ausgetragen wird, setzt Fischer allerdings auf seine Reservespieler. Die oben genannten Akteure kriegen allesamt aufgrund der kräftezehrenden Auftritte mit zuletzt vier Niederlagen Zeit zum Durchatmen oder sind auf Länderspielreise (Trimmel mit Österreich, Andersson mit Schweden).

"Auch in solchen Spielen muss man sich beweisen"

In den Fokus rücken im Derby-Test dagegen Spieler wie Sebastian Polter. Fünf Mal stand der Publikumsliebling in dieser Saison im Kader, kam allerdings – auch aufgrund eines Feldverweises – nur zu vier Kurzeinsätzen über insgesamt 69 Minuten. Die berechtige Rote Karte, die der 28 Jahre alte Angreifer vor drei Wochen beim 0:2 in Leverkusen gesehen hatte, habe ihn „schon irgendwie zurückgeworfen“, gibt er zu. „Es ist nie schön, der Mannschaft nicht helfen zu können.“

Der Test zwischen Union und Dynamo, die sich beide in einem Formtief befinden, kann durchaus als Aufbauhilfe Ost verstanden werden. Das Übungsspiel gegen die (mittlerweile) eine Liga tiefer angesiedelten Schwarz-Gelben kommt für viele Spieler, so auch für Polter, zum richtigen Zeitpunkt. „Ich finde es geil, mich wieder zeigen zu können. Auch in solchen Spielen muss man sich beweisen. Ich habe zwar nicht das Gefühl, dass ich weit weg bin von der Startelf, aber ich will dem Trainer zeigen, dass ich jede Woche eine Option bin. Wir liefern uns vorne im Sturm einen sehr engen Kampf und wollen uns alle zeigen. “

Chance für Polter und Ingvartsen

Zeigen will sich auch Marcus Ingvartsen, der vor der Saison für 1,5 Millionen Euro vom belgischen Meister KRC Genk geholt wurde. Der 23 Jahre alte dänische Stürmer stand gegen Augsburg und Leverkusen zwar in der Startelf, enttäuschte aber. Gegen Wolfsburg konnte der frühere U21-Nationalspieler nach seiner Einwechslung kaum Akzente setzen. „Meine Motivation“, sagt er angesprochen auf die schwierige Situation, „ist weiterhin ungebrochen groß. Ich habe meinen Muskelfaserriss auskuriert und fühle mich wieder gut.“ Das Testspiel sei für ihn total wichtig. „Es ist eine gute Möglichkeit für uns, die bisher nicht so viel gespielt haben, Vollgas zu geben.“

Neben dem Sturm-Duo erhalten auch Florian Hübner, Michael Parensen, Julian Ryerson, Julius Kade oder Florian Flecker, allesamt noch ohne Ligaeinsatz, sowie Suleiman Abdullahi, Joshua Mees, Felix Kroos oder Joshua Mees eine Chance.