Unions Hübner geht in den Zweikampf mit Dresdens Kone.
Foto: city-Press

BerlinEs war ein niedliches Bild, das beim Blick auf die Waldseiten-Tribüne an der Alten Försterei zu sehen war. Auf den beiden Emporen, wo eigentlich die eisernen Vorsänger − breit gebaut, bärtig und tätowiert − stehen und die Menge mit Megafonen anheizen, standen ein paar Knirpse. Die jungen Zuschauer belebten den eher müden und torlosen Testkick zwischen dem 1. FC Union und Dynamo Dresden mit ihren Gesängen. „Auf geht’s Unioner, schießt ein Tor!“, forderten sie immer wieder. Das hatten sich die kleinen Stadionbesuchern von den Großen abgeschaut. Nur Gehör leisteten die Spieler ihnen nicht.

Wieder im 3-4-3-System

2300 Zuschauer, begünstig durch die Schulferien und den freien Eintritt für Kinder bis zwölf Jahren, waren am Mittag nach Köpenick gekommen, um das Freundschaftsspiel der Ost-Klubs zu sehen. Es war ein klassischer Test für die zweite Reihe. Trainer Urs Fischer ließ gegen den Zweitligisten alle Akteure, die beim 0:1 in Wolfsburg noch auf dem Platz gestanden hatten, draußen, gab dafür Profis wie Michael Parensen, Nicolai Rapp, Julian Ryerson, die alle noch ohne Saisoneinsatz sind, oder Felix Kroos (nur ein Kurzeinsatz) von Beginn an eine Chance. Der langzeitverletzte Florian Hübner feierte zudem nach seiner Knieverletzung, die er sich in der Sommervorbereitung zugezogen hatte, sein Comeback in der Innenverteidigung. Es sei wichtig, Hübner peu à peu anzuführen, sagte Fischer. Hübner, der zur Pause gegen Keven Schlotterbeck ausgetauscht wurde, war zufrieden: „Ich bin glücklich über meine Rückkehr.“ Er habe lange darauf hingearbeitet, mit den Jungs wieder auf dem Platz stehen zu können. Die wichtigste Erkenntnis für ihn persönlich: „Das Knie hat gehalten.“

Wie bereits in Wolfsburg ließ Fischer mit einem 3-4-3-System spielen, das bei gegnerischen Angriffen zu einer Fünferkette wird. Routinier Parensen fungierte als Kapitän, im Angriff bemühten sich Sebastian Polter, Marcus Ingvartsen und Suleiman Abdullahi. Unions Reserve war gegen die Schwarz-Gelben spielerisch leicht überlegen, vergab aber zu viele Torchancen. Ein Kopfballtreffer von Hübner nach nur sechs Minuten nach Eckball von Kroos wurde wegen Abseits aberkannt (6.). Kroos (30.), Ingvartsen (41.), Parensen (42.), Joshua Mees (54.) und Polter (62.) ließen gute Möglichkeiten aus.

Coach Fischer, der seinen Spielern bis Montag freigibt, fasste zusammen: „Die Mannschaft hat so noch nie zusammengespielt. Natürlich war das phasenweise zu hektisch. Die Jungs waren engagiert und konnten sich zeigen.“