Milos Pantovic (25) hat in seiner Zeit beim FC Bayern München gelegentlich unter Pep Guardiola trainiert, war wie so viele andere Fußballspieler von dem Spanier und dessen Trainingsinhalten schwer beeindruckt. Unter Guardiola gab der gebürtige Münchner im Jahr 2015 auch sein Debüt in der Bundesliga, weshalb er den Titel Deutscher Meister für sich in Anspruch nehmen darf. Richtig angetan war der Serbe, der in der kommenden Saison für den 1. FC Union Berlin spielen wird, indes von Carlo Ancelotti. Vom Italiener, der ihn in München zwar letztlich nie zum Einsatz gebracht, aber als Mensch schwer geprägt hat.

Als Ancelotti sich nach seiner Entlassung von den Spielern verabschiedete, das hat Pantovic mal in einem Interview erzählt, sei er quer durch die bayerische Landeshauptstadt zum Trainingszentrum der Bayern an die Säbener Straße geeilt, um diesen Moment nicht zu verpassen. Pantovic: „Ich wollte mich bei ihm und seinem Sohn bedanken. Sie haben dann zu mir gesagt, dass ich mal Bundesliga-Profi werde und wir uns in ein paar Jahren sicher wiedersehen werden.“

Manchmal lässt sich die Klasse eines Fußballers auch an der Liste seiner Trainer ablesen. Und da hat der offensive Mittelfeldspieler Pantovic, der zuletzt vier Jahre beim VfL Bochum gespielt hat und von dort ablösefrei nach Köpenick kommt, neben Guardiola und Ancelotti noch weitaus mehr zu bieten.

Als er 2014 beim FC Bayern vom Jugend- in den Seniorenbereich, also in den Kader des FC Bayern II aufrückte, war zunächst Erik ten Hag sein Fußballlehrer. Ten Hag ist inzwischen Trainer von Manchester United. Auf den Niederländer folgten für Pantovic in München Heiko Vogel, Danny Schwarz und Tim Walter. Allesamt gute Typen, die sich im Besonderen als Förderer des Nachwuchses einen Namen gemacht haben. In Bochum hatte es der ehemalige serbische U21-Nationalspieler zunächst mit Robin Dutt zu tun, bevor im Herbst 2019 Thomas Reis als Vorgesetzter in sein Leben trat.

Aufstiegsheld und Kunstschütze beim VfL Bochum

Unter Reis war Pantovic, der im Herbst 2018 einen Riss des hinteren Kreuzbandes erlitten und eine sechsmonatige Auszeit zu überstehen hatte, stets Stammspieler, wurde auf unterschiedlichsten Offensivpositionen eingesetzt und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der VfL im Sommer 2021 die Rückkehr in die Bundesliga feiern durfte und in der vergangenen Saison keine Probleme hatte, sich in der höchsten deutschen Spielklasse zu behaupten. Insgesamt absolvierte er für die Bochumer 100 Pflichtspiele, erzielte dabei 13 Tore und bereitete 14 vor.

Mit seinem Tor aus 66 Metern im November des vergangenen Jahres zum 2:0 gegen die TSG Hoffenheim schaffte er es sogar in die Auswahl zum Tor des Monats. Nur 21 Tage später legte der Kunstschütze gegen den SC Freiburg sogar noch einen weiteren Treffer aus über 40 Metern Entfernung nach.

Oliver Ruhnert, der Manager und Kaderplaner der Eisernen, gab im Zusammenhang mit dem geglückten Transfer am Montagabend Folgendes zum Besten: „Milos kommt mit Bundesligaerfahrung, ist hochmotiviert und im besten Fußballeralter. Zudem hat er sowohl in der Ersten als auch Zweiten Liga seine Flexibilität in der Offensive unter Beweis gestellt. Wir freuen uns, dass er sich für uns entschieden hat.“

Nur ein paar Stunden später wurde Ruhnert vom 1. FC Union zu einer weiteren Personalie, über die zuvor schon spekuliert wurde, zitiert: der Bestätigung des Abgangs von Torwart Andreas Luthe. „Andi hat einen großen Anteil am Erfolg der letzten zwei Jahre und war sportlich und menschlich ein wichtiger Teil der Mannschaft. Deswegen respektieren wir seinen Wunsch, noch einmal längerfristig zu einem Verein wechseln zu können. Wir sind ihm für die gemeinsame Zeit sehr dankbar und wünschen ihm für die Zukunft vor allem Gesundheit und viel Erfolg.“ Sicher nicht der letzte Spieler, zu dem sich der Kaderplaner vor der neuen Saison äußern wird.