Vorbereitung, zweiter Teil: Christian Gentner übt wieder mit Ball an der Alten Försterei.
Foto: Matthias Koch

Berlin-KöpenickManchmal gibt es auch in der tiefsten Dunkelheit einen Lichtschimmer. Für Unions Mittelfeldroutinier Christian Gentner brachte die Zwangspause, die er in seiner schwäbischen Heimat verbrachte, auch etwas Erfreuliches mit sich. „So konnte ich mich mal intensiv um meine Kinder kümmern. Das ist ja etwas zu kurz gekommen in letzter Zeit. Das konnte ich jetzt ein bissschen nachholen in dieser schweren Phase“, meinte der 34-Jährige.

Inzwischen übt Union wieder zusammen. In Kleingruppen zwar, aber als Team. „Ein bisschen ist das jetzt wieder wie in der Vorbereitung. Da macht auch nicht immer jede Einheit Spaß. Aber das Gefühl, sich wieder unterhalten zu können im Team, ist einfach wichtig. Auch, dass man jetzt einiges wieder zusammen machen kann, Übungspartner auf dem gleichen Niveau hat. Nur mit Läufen alleine geht das nicht. Und man kann ja auch nicht immer nur den Ball gegen eine Wand schießen“, sagte Gentner. 

Union trainiert in Sechsergruppen

Die Arbeit auf dem Platz wird mit hoher Intensität betrieben. In Sechsergruppen mit jeweils drei Trainern. „Da kommt man schon an sein Limit. Man kann sich da auch nicht einfach mal ein bisschen zurücknehmen, sondern muss immer voll fokussiert sein. Da ist ja immer gleich eine intensive Kontrolle durch die Trainer“, sagte der gebürtige Nürtinger lachend über diese zweite Saison-Vorbereitung.

Also quält er sich. Um bereit zu sein für den Moment, wenn der Ball wieder rollt. Wann immer das auch sein mag. „Das ist schon eine besondere Herausforderung. Und es könnte mental anstrengend werden, wenn es noch mal einen Aufschub gibt“, sagte Gentner.

Damit einher geht natürlich, dass keiner so recht weiß, wie all die Teams die Corona-Unterbrechung verkraftet haben. Der 1. FC Union steht zwar mit acht Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz komfortabel da, aber es ist nichts in Stein gemeißelt. „Das Pendel kann in beide Richtungen ausschlagen und die ganze Tabelle durcheinander gewürfelt werden. Es kann tatsächlich einen kompletten Neustart geben“, sagte Gentner, der einer der wenigen ist bei den Eisernen, der schon Erfahrung mit Geisterspielen gemacht hat. „Das war im Europacup mit dem VfB. Wir mussten nach einer Hinspielniederlage nach Rom. Das war seltsam in dieser großen Schüssel, wo man jedes Wort gehört hat. Nach einem schnellen Gegentor waren wir in dieser komischen Atmosphäre nicht mehr dazu in der Lage, zurückzukommen“, erinnerte sich Gentner.