Beim zweiten Mal hat man immer mehr Glück. Zwei Tage nach dem wegen eines Gewitters abgebrochenen Test gegen die Queens Park Rangers blieb es bis zum Abpfiff trocken. Mit 2:1 (1:0) setzten sich die Eisernen zum Abschluss gegen den englischen Zweitligisten durch. Trotzdem war Union-Trainer hinterher nicht ganz glücklich. „Es war alles anders geplant“, sagte Jens Keller. „Ich hätte das Spiel lieber am Sonnabend gehabt. Dann hätte ich jetzt noch mal Trainingseinheiten abhalten können. Aber das ist sicherlich kein Grund, dass wir nicht gut starten.“

Den Spielern hingegen passt die neue Planung ganz gut in den Kram. Bei der nachgeholten Generalprobe war ihnen anzumerken, dass nach der anstrengenden, fünfwöchigen Vorbereitung in einigen Szenen das Tempo fehlte. „Es ist eine kurze Woche, da können wir Gott sei Dank nicht mehr so viel trainieren“, sagte Felix Kroos. Am Dienstag treffen sich die Unioner zum Auslaufen, am Mittwoch dürfen sie sich erholen und am Donnerstag und Freitag sollen sie sich dann die Spritzigkeit holen, um am Sonnabend beim Bundesligaabsteiger in Ingolstadt den ersten Dreier einzufahren. „Es ist gut, gegen einen schweren Gegner zu starten“, findet Kroos, „dann wissen wir gleich, wo wir stehen.“ Der Sieg gegen Queens Park diente nämlich nur bedingt als Bestandsaufnahme. „Wir hatten uns mehr Gegenwehr erhofft“, sagte der Kapitän.

Kaum Offensivaktionen

In derselben Aufstellung (4-3-3) wie beim ins Wasser gefallenen ersten Versuch am Sonnabend versuchten die Eisernen, von Beginn Druck aufzubauen. Allerdings endete das Kombinationsspiel oft am Strafraum, weshalb sich Damir Kreilach, Steven Skrzybski und Akaki Gogia aus der Distanz versuchten; Kroos setzte zwei Freistöße knapp über die Latte. Zwischendurch schob Kreilach nach einer Flanke von Christopher Trimmel den Abpraller seines eigenen Kopfballs zur Führung ein (19.), und Keller sah, „dass die Jungs ein bisschen müde sind“. Am Vortag hatte er sie ja auch hart trainieren lassen. Was aber auch zu sehen war, dass von den sechs Neuen keiner mehr mit der anspruchsvollen Spielweise von Keller fremdelt. Vor allem Marcel Hartel hinterließ im Mittelfeld einen guten Eindruck. In der 64. Minute wurden bis auf Steven Skrzybski alle Feldspieler ausgetauscht, Union agierte fortan im 4-4-2.

Von dem Zweitligisten aus London hingegen, der am Sonntag bei Lokomotive Leipzig mit 2:3 verloren hatte, waren kaum Offensivaktionen zu sehen. Jakob Busk im Union-Tor freute sich immerhin über die Schüsse von Connor Washington und Ariel Borysiuk, bevor ihn Daniel Mesenhöler zur zweiten Hälfte ablöste. Wer gegen Ingolstadt das Tor hüten wird, ist noch immer nicht entschieden. „Ich werde es ihnen zum richtigen Zeitpunkt mitteilen“, sagte Keller, „spätestens am Sonnabend“. Einmal konnte sich auch Mesenhöler an seinem 22. Geburtstag auszeichnen, dann köpfte Matt Smith den Ball an ihm vorbei zum Ausgleich ins Netz. Weil sich Peer Kurzweg, 1,80 Meter groß, um den 1,98-Meter-Mann kümmerte und nicht Innenverteidiger Marc Torrejón, immerhin 1,87 Meter lang.

Zu den Positionen, bei denen Keller die Wahl schwerfallen wird, gehört auch der Sturm. Sebastian Polter hat den Bonus der Vergangenheit, Fangunst und Anführerrolle, Philipp Hosiner wirkte in seinen 25 Spielminuten gefährlicher. Nicht nur, weil er zehn Minuten nach seiner Einwechslung einen Foulelfmeter herausholte und zum 2:1 flach einschoss. (dpa)