Union-Manager Ruhnert: „Geht nur über das Kollektiv“

Für Sport-Geschäftsführer Oliver Ruhnert vom Tabellenführer der Fußball-Bundesliga Union Berlin besteht das Erfolgsgeheimnis in dem starken Teamgedanken. „Am...

Union-Geschäftsführer Oliver Ruhnert.  a/Archivbild
Union-Geschäftsführer Oliver Ruhnert. a/ArchivbildSoeren Stache/dpa-Zentralbild/dp

München-Für Sport-Geschäftsführer Oliver Ruhnert vom Tabellenführer der Fußball-Bundesliga Union Berlin besteht das Erfolgsgeheimnis in dem starken Teamgedanken. „Am Ende gilt das Kollektiv, nicht, ob Du ein Star bist“, sagte Ruhnert am Sonntag im Doppelpass von Sport 1, „wir definieren uns über das Kollektiv. Und die Mannschaft regelt das auch vieles selber. Die Kabine gehört der Mannschaft.“ Union steht mit 17 Punkten an der Spitze und kann zum Abschluss des neunten Spieltags am Sonntagabend die Führungsposition mit einem Sieg beim VfB Stuttgart (19.30 Uhr/DAZN) erfolgreich verteidigen.

Wie Union-Trainer Urs Fischer sowie viele Spieler bezeichnet Ruhnert die aktuelle Situation als Momentaufnahme. Aber natürlich schaue der 50-Jährige „lieber auf die Tabelle, wenn Union Berlin Erster ist, auch wenn es surreal“ sei: „Trotzdem ist es gut, die Dinge realistisch einzuschätzen. Wir sitzen ja hier nicht nach dem 32. Spieltag, dann würde ich euphorischer hier sitzen. Ich freue mich über die 17 Punkte.“

Zudem können Ruhnert und auch die Mannschaft die Spitzenposition nicht genießen: „Durch die komprimierte Form der Bundesliga in den kommenden fünf Wochen spielen wir nur und haben gar keine Möglichkeit, uns zu freuen.“ Angesichts der Teilnahme an der Europa League befindet sich das Team in einem ungewohnten Rhythmus mit 13 Spielen in sechs Wochen. „Die anderen Bundesligisten sind ausgeruht“, sagte Ruhnert, „wir müssen in jedem Spiel eine Topleistung bringen, um erfolgreich zu sein.“

Zugleich kündigte Ruhnert eine Aufarbeitung der Ausschreitungen beim 1:0-Sieg beim schwedischen Meister Malmö FF an: „Man ist dabei, die ganzen Dinge aufzuarbeiten und zu rekonstruieren. Da muss der Verein die Zeit bekommen, um alles auszuwerten. Es sind ganz wenige Bescheuerte, die dahin gehen, nicht um Fußall zu schauen“, sagte Ruhnert, der eine harte Bestrafung forderte, „wie krank muss man sein, Feuerwerkskörper in Blöcke oder aufs Spielfeld zu werfen?“

Neben der zu erwarteten finanziellen Strafe durch die UEFA sieht Ruhnert weitere Nachteile: „Union hat das erste Mal in einem Europa League-Spiel gewonnen. Dass wir darüber nicht reden ist ganz, ganz schlecht.“