Das Stadion an der Alten Försterei füllt sich wieder, wenn auch erst einmal nur mit 5000 Zuschauern.
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BerlinDer 1. FC Union spielt an diesem Sonnabend gegen den 1. FC Nürnberg. Die Partie findet im Stadion An der Alten Försterei vor 5000 Zuschauern statt. Das ist ein Teilerfolg im eisernen Kampf um volle Tribünen. Eisern im besten Sinne.

Die Eisernen haben ein Konzept erarbeitet, und damit einen hohen Standard gesetzt. Sie haben viel Kritik einstecken müssen und schließlich den Start für ihr Pilotprojekt nach hinten verschoben. Sie verfolgen eine Strategie, die nachvollziehbar ist. Denn sie handeln im Interesse der Fans, die sich nichts sehnlicher wünschen, als auf die Ränge zurückzukehren, um mit der Mannschaft zu interagieren, was wiederum im Interesse der Mannschaft liegt, die einen Gutteil ihrer Energie aus ebendieser Art der Kommunikation zieht. Die Eisernen haben nicht zuletzt ihre Wirtschaftlichkeit im Blick behalten, was im Interesse aller Angestellten und des gesamten Umfeldes geradezu ihre Pflicht ist.

Es ist ein Weg in Etappen, den der 1. FC Union geht. Den ersten Teilerfolg hat der Verein mit der Veröffentlichung seines ambitionierten Hygienekonzepts errungen: Die Diskussion über Zuschauer in Deutschlands Fußballarenen hat danach deutlich an Fahrt aufgenommen. Zuletzt lieferten Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet am Freitag einen Debattenbeitrag, indem sie sich für eine bundesweit einheitliche Regelung starkmachten.

Momentan verfolgt nämlich jedes Land seine eigenen Konzepte, legt eigene Kapazitätsgrenzen für öffentliche Veranstaltungen fest. In Bremen dürfen bis zu 400 Menschen unter freiem Himmel zusammenkommen, ebenso viele in Bayern, wohingegen es in Sachsen und andernorts bis zu 1000 Menschen sein können. In Thüringen entscheiden die örtlichen Gesundheitsbehörden sogar ohne starre Obergrenze.

In Berlin wiederum gilt seit dieser Woche eine angepasste Infektionsschutzverordnung. Der Senat hat sich darin auf eben jene 5000 Menschen bei Versammlungen im Freien festgelegt, weil er dies angesichts der konstant niedrigen Zahl von Neuinfektionen für vertretbar hält.

Der Teilerfolg des 1. FC Union ist somit ein Erfolg der Berliner. Zumindest all jener, die mit ihrer Disziplin und Rücksichtnahme helfen, die Pandemie in Schach zu halten. Das kommt Großveranstaltungen insgesamt zugute, damit eben auch Fußballspielen im Stadion An der Alten Försterei.

Das soll aber das Engagement der Köpenicker keinesfalls schmälern. Bestenfalls wirkt es als Motivation. Die wird gebraucht, denn für die Bundesliga und ihre Klubs ist der Weg in eine Normalität mit Corona noch weit. Egal, nach welchem Konzept er am Ende tatsächlich beschritten wird.