Ingolstadt - Irgendwann war Florian Hübner mit den Gedanken schon wieder in der Zukunft. Gerade hatten er und seine Teamkollegen von Zweitligist 1. FC Union beim FC Ingolstadt 2:1 (1:0) gewonnen. Die rund 600 mitgereisten Berliner Fans feierten ihre dunkelblau gekleideten rot-weißen Fußballprofis, da sagte Hübner: "Wir versuchen noch einmal, Kräfte zu sammeln und dann eine Topleistung abzuliefern." Am Sonntag empfangen die Unioner den 1. FC Heidenheim. "Danach wollen wir in der Pause versuchen herunterzufahren." Wenn Deutschlands Nationalelf in den Niederlanden und gegen Frankreich spielt.

Das Programm zehrt an den Kräften der Unioner, deshalb blieben sie noch eine Nacht im Oberbayerischen, um zu regenerieren. Trainer Urs Fischer bat dann noch einmal auf den Trainingsplatz. Dafür gab es nach der Ankunft in der Alten Försterei am späteren Dienstagnachmittag frei. Erst am Donnerstag müssen die seit acht Spielen unbesiegten Berliner wieder zur nächsten Übungseinheit antreten. 

Sie werden dies mit dem guten Gefühl tun, erstmals auswärts gewonnen zu haben in dieser Saison. Der 1. FC Union verteidigte seinen zweiten Tabellenplatz. Er tat dies nach einem klaren Plan, und der ging auf, wie Hübner verriet: "Wir wussten, dass sie nicht mit der breitesten Brust kommen", sagte der Verteidiger über die  Ingolstädter. "Daher haben wir sie von der ersten Minute an unter Druck gesetzt.” 

Bis zur Pause hatten die Gäste sechs Ecken herausgeholt, dazu ein halbes Dutzend Großchancen. Das 1:0 fiel in der 43. Minute allerdings durch einen Elfmeter, verwandelt von Sebastian Andersson. Ingolstadts Angreifer Dario Lezcano hatte versucht, Hübner niederzuringen. Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock zeigte auf den Punkt.

Urs Fischer bleibt ruhig

Ein knapper Vorsprung, eine riskante Situation, doch Fischer blieb ruhig. “Ich habe meinen Kollegen gesagt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass man ein Tor erzielt.” Tatsächlich traf Akaki Gogia in der 73. Minute zum 2:0. Der Anschlusstreffer der Ingolstädter per Elfmeter von Stefan Kutschke konnte den positiven Gesamteindruck nicht schmälern. Der Situation war ein Foul von Christopher Trimmel vorausgegangen.

“Wir haben es uns am Ende selbst schwerer gemacht, als notwendig. Dabei war das heute eine Top-Mannschaftsleistung. Zum Glück haben wir zur richtigen Zeit nachgelegt”, meinte Gogia.  

Nachgelegen ließ auch Schiedsrichter Dankert, fünf Minuten Extraspielzeit nämlich am Schluss. Und nachlegen wollen die Unioner nun am Sonntag, im Stadion an der Alten Försterei. Ab 13.30 Uhr gegen den 1. FC Heidenheim.