Union-Stürmer Sebastian Andersson: Update vom Teamplayer

Nein, mit den Sozialen Netzwerken hat sich Sebastian Andersson noch nicht so richtig angefreundet. Der Sürmer des 1. FC Union hat zwar einen eigenen Instagram-Account, den er auch selbst betreibt, dem auch über 4 000 Menschen folgen, doch eine Regelmäßigkeit hat sich noch nicht in seine Posts eingeschlichen. Nach dem fulminanten 3:1 gegen Borussia Dortmund lud Andersson erstmals nach elf Monaten mal wieder ein Foto von sich hoch, schrieb dazu: „Viel passiert seit meinem letzten Update.“ Den Satz garnierte er mit einem Lachsmiley. Ein Bild im blau-gelben Dress der schwedischen Nationalmannschaft sollte wenige Tage später folgen.

Er sei nicht so der Öffentlichkeitstyp, sagt Andersson auf Nachfrage. „Ich war an dem Punkt, an dem ich mir die Frage stellte: Lösche ich meine Accounts nun oder versuche ich es noch einmal?“ Jetzt habe er sich, obwohl er grundsätzlich sein Privatleben schützen möchte, für letzteres entschieden. „Mal sehen, ob ich dranbleibe.“

Die Fans wünschen sich das, schließlich ist der 28-Jährige einer der Aufstiegshelden und zudem auch noch der einzige aktive A-Nationalspieler in Köpenick. Am Sonntag kam der Mittelstürmer nämlich zu seinem sechsten Länderspieleinsatz. Beim 1:1 in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 gegen Nachbar Norwegen brachte ihn Nationaltrainer Janne Andersson, 56, in der Schlussviertelstunde. „Ein Sieg wäre schon gut gewesen“, sagt Andersson schmunzelnd, „es wäre nämlich nicht so schön, wenn Norwegen am Ende zur EM geht und wir nicht.“ In der Gruppe F stehen die Schweden auf dem zweiten Platz hinter Spitzenreiter Spanien, aber zwei Zähler vor Nachbar Norwegen.

Starallüren? Von wegen!

Starallüren hat der bescheidene Blondschopf trotz seiner erneuten Berufung in die Auswahl keineswegs. „Ich denke nicht, dass wir Stars im Team haben. Wir sind eine Mannschaft mit vielen guten Spielern.“ Er gibt aber auch zu, dass ihm der Aufstieg der Eisernen freilich geholfen habe. „Beim letzten Lehrgang im Juni kam ich nicht zum Einsatz, jetzt habe ich gespielt. Die Bundesliga ist natürlich attraktiver und mit Blick auf die Nationalmannschaft auch bedeutender. Du hast mehr Einsatzchancen, wenn du dort spielst.“

Am Sonnabend dürfte der 1,90 Meter große Mittelstürmer gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) zu seinem vierten Bundesligaspiel kommen. Seine Ansage: „Ich bin sehr zufrieden mit unserem Start und meinen beiden Toren. Jetzt will ich aber mehr!“ Mal sehen, ob hinterher das nächste Foto auf Instagram folgt.