Immerhin 5000 Fans sollen wieder die Eisernen unterstützen dürfen. Auch Hertha BSC setzt auf die Rückkehr der Zuschauer.
Foto: Imago Images

BerlinDer Wunsch, endlich vor Zuschauern spielen zu können, ist groß. Nachdem der 1. FC Union für seinen Leitfaden zur Rückkehr von Fans in Stadien so etwas wie eine Vorreiterrolle im deutschen Fußball übergestülpt bekam, zauberten sie nun eine kreative Idee für den Dauerkarten-Verkaufsstart aus dem Hut.

„Der Wunsch nach Dauerkarten für die kommende Saison erreicht uns seit Wochen und damit verbunden meist auch der Wunsch, den Verein zu unterstützen, unabhängig davon, wie viele Spiele man tatsächlich sehen wird. Dafür sind wir sehr dankbar“, ließ sich Union-Präsident Dirk Zingler zitieren. Da es aber eben mit Blick auf die kommende Spielzeit weiterhin viele Unbekannte gibt, wollten er und der Verein „sicherstellen, dass die Dauerkartenkäufer in jedem Fall einen fairen Gegenwert für ihr Geld bekommen“.

5000 Personen sind in Berlin seit Dienstag bei Freiluftveranstaltungen wieder erlaubt, Union möchte das ausnutzen. Vom 4. bis 10. September können sich Mitglieder mit einer Dauerkarte aus der Vorsaison online eine neue Dauerkarte reservieren. Aber: Nicht jeder, der eine Dauerkarte erwirbt, kann damit automatisch für jedes Spiel der neuen Saison eins der ausgelosten Tickets erhalten. Viele gehen bei der Verlosung leer aus. Der Wert eines solchen Tagestickets aber soll bei negativem Losentscheid in einen positiven Gegenwert umgewandelt werden. In ein Guthaben für das Union-Zeughaus – den Fanshop.

Hertha BSC hat dagegen seine Hausaufgaben still gemacht. Auf 100 Seiten wurde ein Konzept erarbeitet und den Behörden vorgelegt, wie beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (25. September) 5000 Zuschauer ins Stadion kommen können. Die Corona-Gebote (keine Stehplätze, Alkoholverbot etc.) der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gelten weiterhin, auch wenn sich die 36 Profiklubs am Donnerstag wohl für ein Ende der Geisterspiele aussprechen werden. RB Leipzig scherte ja bereits aus, darf zum Saisonstart 8500 Zuschauer empfangen. Wie in Sachsen wird wohl auch in Berlin das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Auch Einlass-Zeitfenster pro Block sind möglich, damit es zu keinem Gedränge kommt und die Anzahl der Kontaktpersonen gering bleibt.

Hertha wird dabei ebenfalls auf ein Losverfahren setzen, Mitglieder (37.500), ehemalige Dauerkartenbesitzer (20.000) und die organisierte Fanszene können sich bewerben – der Dauerkartenvorverkauf wurde hingegen ausgesetzt. Um Tickets zu ergattern, muss man wohl in Berlin und Brandenburg wohnhaft sein.