Eigentlich könnte Union-Profi Lars Dietz richtig zufrieden sein. In der Vorbereitung lieferte der Abwehrmann, der in der vergangenen Saison in die Dritte Liga nach Lotte ausgeliehen war, in den Testspielen ansprechende Leistungen ab, brachte sich selbstbewusst in den Trainingseinheiten ein. Und doch ist der 22-Jährige ein wenig geknickt. Eine wichtige Karriere-Entscheidung steht an.

„Ich würde gerne mit Union Bundesliga spielen“, sagt er, schiebt aber hinterher: „Manchmal muss man aber noch mal ein oder zwei Jahre investieren, um am Ende auch auf einem solchen Topniveau Stammspieler sein zu können.“ Ist Unions Innenverteidiger etwa schon wieder auf dem Sprung?

Den Sportchef als Förderer

So einfach ist es eben nicht für den früheren U20-Nationalspieler, der bei Borussia Dortmund ausgebildet wurde. Fakt ist: Vor allem Sportchef Oliver Ruhnert hält große Stücke auf den Defensivmann, erkundigte sich im vergangenen Jahr während dessen Leihe immer wieder nach dem Befinden. „Union hat mich da immer unterstützt, als ich verletzt war, durfte ich mich auch in Berlin behandeln lassen“, sagt Dietz. Aber bei der durch Neven Subotic, Marvin Friedrich, Florian Hübner, Nicolai Rapp und Michael Parensen gegebenen Konkurrenz auf der Position der beiden Innenverteidiger wird es eng für den gebürtigen Soester. Dies wurde am Montag durch Trainer Urs Fischer mit sehr freundlichen und offenen Worten auch aus erster Hand bestätigt.

Die Eisernen werden ihn nicht vertreiben, er darf sich gern im Kreis der Mannschaft versuchen. Aber wenn Dietz, der bis 2021 Vertrag hat, noch einmal verliehen werden will, wird ihm Union keine Steine in den Weg legen.

So fragt sich der Youngster zurecht: Gehen oder bleiben? „Ich habe in der Dritten Liga körperlich zugelegt und durch die Spielpraxis auch an Erfahrung gewonnen“, zeigt sich der Verteidiger durchaus selbstbewusst, betont aber auch: „In der Bundesliga steigt der Anspruch aber noch mal massiv, das Niveau ist viel viel höher.“ Er gibt sich damit eigentlich selbst eine Antwort auf seine komplizierte Situation: „Ich glaube, dass an dieser Stelle Spielpraxis am wichtigsten für mich wäre.“